Donnerstag, 28. Dezember 2017

6 Wochen abwesend

Genau. 6 Wochen lang vom 14. November bis 25. Dezember war ich nicht zu Hause. Es wurde wieder Vancouver und dieses Mal wird es wieder ein längerer Bericht mit vielen Eindrücken von der bunten Welt Vancouvers. Um mir den "Urlaub" zu finanzieren hatte ich einen Job auf dem Vancouver Weihnachtsmarkt ergattert.


Noch zum Zeitpunkt meiner Ankunft sah es echt so aus, als ob noch Sommer wäre. Es gab noch viel Grün an den Bäumen (während in Calgary schon alle Bäume kahl waren.)


Auch der immergrüne Lynn Canyon war ein Besuch Wert. Herrlich, diese frische Luft.



Nur bei einem Spaziergang im Stanley Park konnte man die Spuren des Spätherbstes sehen.  Für November hätte ich nicht erwartet, dass noch soviel Farbe zu sehen war.




 

Wie ihr an den Fotos sehen könnt, gab es in Vancouver nicht nur Regen. Ich hatte dieses Mal Glück, dass ich 2 Wochen hintereinander tolles, trockenes Wetter hatte. Da machen auch die goldenen Sonnenuntergänge Spaß. Nicht ganz perfekt, aber die Stimmung stimmte.



Sobald die frühe Dunkelheit einsetzte, war der Spaß nicht vorbei. Hier ein paar Nachtaufnahmen von Vancouver. 
Downtown Vancouver
Lions Gate Bridge

Lions Gate Bridge

Und hier ein paar Weihnachtsdekorationen.







Immer wenn ich in Vancouver bin, darf ein Besuch im Lighthouse Park nicht fehlen.


Wenn man lange genug auf den Klippen sitzt und die Aussicht genießt, kann man sogar Wale sehen. Oder Delfine, wir wir an dem Tag.


Manche Tage hatten puren blauen Himmel. Mit den schneebedeckten Gipfeln der Coast Mountains im Hintergrund.....ahhh.


Aber gegen Ende kam sogar der Schnee. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht fuhr ich an dem Morgen zur Arbeit. Ich sah Schnee! Ich hatte ihn irgendwie vermisst.


Vor der Arbeit noch schnell ein paar Fotos schießen... Winterwunderland.


Die Aussicht aus meiner Hütte am Weihnachtsmarkt....

Die Zeit in Vancouver verging ziemlich schnell und zu Weihnachten hatte Harry eine Tour nach Vancouver. Geil! Ich konnte somit Weihnachten mit ihm feiern und gleichzeitig hatte ich eine Rückfahrt zurück nach Calgary.  Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Weihnachten. Wir haben uns auf den Schoß von Santa gesetzt, so typisch nordamerikanisch. Warum nur die Kids? Die Erwachsenen dürfen auch.

Frohe Weihnachten! Ho Ho Ho

Dann rückte der Zeitpunkt des Abschieds von Vancouver immer näher. Es war Zeit, nach Hause zu fahren. Ich freute mich riesig auf die Fahrt durch die winterlichen Berge. Hier die Impressionen.








Und zu guter Letzt, noch ein Bonbon für unsere Leser. Zwischen Revelstoke und Lake Louise habe ich meine Photokamera auf Video umgestellt und während der Fahrt vom wackeligen Beifahrersitz von Harry's Truck losgefilmt. >>HIER geht es zum kurzen Video<<

(Info: Zum Betrachten ist kein Dropbox-Konto nötig. Einfach den Anmeldebildschirm wegklicken, wenn er aufpoppt). Viel Spaß.

Und nun wünschen wir allen Lesern..... 



Freitag, 10. November 2017

Jasper-Trip November 2017

Na sowas! Harry hatte an einem Dienstag frei. Gegen Mittag kam eine SMS von seiner Arbeit "Willst du noch einen Tag frei?" Das war der Auslöser für unsere spontane Entscheidung. Innerhalb von 15 Minuten war die Wettervorhersage geprüft und das Hotel in Jasper gebucht. Ich hätte nie erwartet, dass wir dieses Jahr nochmal nach Jasper hoch kommen.

Letztes Jahr waren wir genau Ende Oktober und ich hoffte dieses Mal immer noch auf offene Seen. Es waren ja nur 8 Tage Unterschied zum letzten Jahr. HIER der Bericht vom Trip 30.10.2016

Spät am Tag machten wir uns also auf den Weg nach Jasper. Auf direktem Weg ohne einmal anzuhalten, denn die Sonne stand schon tief am Himmel und um 17 Uhr wurde es schon dunkel. Ich wollte jede kostbare Minute der Helligkeit ausnutzen, weil ich nicht gerne im Dunkeln fahre.


Das obere Foto war das einzige, das ich an dem Tag gemacht hatte. Die Infotafel am Beginn des Icefields Parkway zeigte "Fair" an, also war mit Schnee zu rechnen. Die ersten 75km des Icefields Parkway waren leicht zu bewältigen. Alles trocken. Aber dann veränderte sich die Fahrbahn. 

Ich kann nur sagen, es ist keine lustige Fahrt auf spiegelglattem Eis zu fahren. Da es schon um 17 Uhr dunkel wurde, wurde es immer schwerer, die verblassten Straßenmarkierungen zu sehen. Leuchtende Leitpfosten wie in Deutschland gibt es nicht. Kurz vor dem Icefields Centre setzten Seitenwinde ein und auf dem Eis hatte man das Gefühl, man wird gleich seitlich von der Fahrbahn gepustet.

Als dann in der Dunkelheit auch noch Schnee einsetzte, und die sowieso verblassten Markierungen auch noch ganz ausradierte, rutschte mein Herz weiter nach unten und ich fragte mich innerlich.... "Was denn noch"?

Na klar, ein paar Kilometer weiter standen 3 Rehe mitten auf der Fahrbahn und eine starke Bremsung war nötig. Nur gut, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt zum Stehen kamen und auch noch auf der Fahrbahn blieben. Mein Herz? Mittlerweile in der Hose. Wir konnten den Rehen in die verängstigten Augen sehen, sie machten uns aber Platz und verschwanden ins Dickicht.

Auf den letzten 10km Zielgerade nach Jasper war der Spuk dann endlich vorbei. Ich war echt froh, diese Fahrt überstanden zu haben und ich hatte mir vorgenommen, nie und nimmer mehr im Winter in der Nacht zu fahren. Erlösung setzte ein, als wir die erste Ampel in Jasper erreichten. Mein Herz nahm ich aus der Hose und setzte es wieder an den richtigen Platz.

So, und nun kommen endlich die Fotos, die wir am nächsten Tag gemacht haben. Früh und noch vor Sonnenaufgang sprangen wir aus den Federn. Ich wollte zum Pyramid Lake die Spiegelung fotografieren. Aber Pustekuchen!

Der Pyramid Lake war zugefroren. Was so 8 Tage Unterschied alles ausmachen.

Am Patricia Lake fand ich dann doch eine offene Stelle und konnte sogar noch den Mond einfangen.  ;) 


Der Athabasca River schwamm gemütlich vor sich hin. Ein paar Eisschollen machten es zu einem guten Fotomotiv.


In Jasper dann auch das erste Wild am Straßenrand.


Auf der Maligne Lake Road noch kurzer Stopp am Medicine Lake, der natürlich kein See mehr ist, weil das Wasser wie jeden Winter in die hunderte unterirdischen Kanäle versickert ist.

Medicine Lake

Am Maligne Lake lag dann doch mehr Schnee und natürlich war auch dieser riesige See schon zugefroren.
Dieser "Umweg" zum Maligne Lake kostete uns mehr als 1.5 Stunden, deshalb konnten wir nicht mehr am Maligne Canyon anhalten. Wir mussten wieder auf den Rückweg den Icefields Parkway hinunter. Ihr wisst schon, ein Wettlauf mit der früh einsetzenden Dunkelheit.

Der erste Stopp waren die Athabasca Falls, ca. 30km von Jasper. Ich hätte hier stundenlang stehen können, wenn es nicht so kalt gewesen wäre... Ich teile von den Athabasca Falls auch mehrere Fotos, weil ich von den natürlichen Eisformationen beeindruckt war.(Übrigens: Wir waren ganz alleine an den Wasserfällen).





Meine einzige Kommunikation mit Harry: "Whoaa""Geil!" - "Ist das schön!"

Der Goats and Glaciers Viewpoint zeigte sich auch von der schönsten Seite.



Weiter südlich vom Icefields Parkway war auch die Zufahrt zu den Sunwapta Falls vom Schnee  geräumt und geöffnet. Diese kann im Winter manchmal gesperrt sein.


Auf der gesamten Strecke von 230 km des Icefields Parkway lag in der Umgebung des Icefields
Centre der meiste Schnee.


Die Tangle Falls lachten in der Sonne.
 
Links im Bild war der Parkplatz für die Tangle Falls. Da es steil war, mussten wir mit unserem kleinen Auto mehrmals Anlauf nehmen, um auf dem Schnee den Berg hoch zu kommen.

Kurz vor dem Icefields Centre.


Also dann nur noch schnell über den Pass. Vorher aber noch am Cirrus Mountain Viewpoint anhalten bevor es runter geht.

Cirrus Mountain Viewpoint. Dort unten geht es dann für uns weiter. Könnt ihr was erkennen? Die Straße ist schneefrei.
Auch wenn nicht viel Schnee liegt, die Kälte macht es aus, dass alle Wasserfälle schon gefroren sind. Im Sommer kann man diesen Wasserfall übersehen, weil er so unbedeutend und auch nicht gekennzeichnet ist. Aber im Winter kommt er gut zur Geltung und macht seinem Namen alle Ehre: Weeping Wall (die weinende Wand) 


Beim North Saskatchewan River angekommen, wussten wir, juhu, nur noch 75km gute und trockene Strecke bis zum Ende des Icefields Parkway. 

North Saskatchewan River
Auf dem Weg lag noch der Bow Lake für einen kurzen Fotostopp. Und ich war geschockt, dass er innerhalb von 12 Tagen ganz zugefroren war. Mein letzter Bericht in diesem Blog war von unserem Road-Trip am 27. Oktober und zeigte den Bow Lake noch ohne jegliche Spur von Eis. Und nun das:

Bow Lake am 08.11.2017
Ich wollte auf dem Heimweg den Lake Louise auslassen, aber meine Neugierde packte mich und ich wollte den Stand wissen. Und da war mein Schock größer.

Lake Louise am 27.10.2017

 Lake Louise am 08.11.2017
Ob das klug war, jetzt schon auf dem Eis zu laufen? Oder war das Eis innerhalb von wenigen Tagen doch dick genug?

Pünktlich zum Sonnenuntergang schafften wir es nach Banff zu den Vermillion Lakes. In der Zwischenzeit habt ihr schon soviele Fotos vom Mount Rundle gesehen, aber ich werde euch nicht verschonen. Hier kommen die zwei Fotos, die unsere Tour von Jasper abschlossen. Insgesamt waren wir 11 Stunden unterwegs. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang....




Natürlich waren wir auch im Dezember in Jasper und da schaut die Landschaft schon anders aus....viel mehr Schnee und Eis. Falls ihr Interesse habt, hier sind die beiden Berichte vom Dezember 2015.

Icefields Parkway im Winter Teil 1
Icefields Parkway im Winter Teil 2