Freitag, 5. Juni 2009

Auszeichnung

Freitag, 5. Juni 2009

Draussen hängen dicke Wolken am Himmel und während wir uns für die Schule fertig machen, fängt es an zu regnen. Die Temperaturmeldung für heute früh: 4 Grad.

Wir ziehen uns trotzdem nur leichte Sachen an, da man der Wettervorhersage in Calgary nie trauen kann. Das Wetter kann sich innerhalb von einer Stunde auf die nächste verändern.

Gestern waren 23 Grad, die sich angefühlt haben wie 30 Grad. Auf dem Weg zum deutschen Bäcker hatten wir geschwitzt und ein Eis gegessen.

Wir entscheiden uns für die leichte Sommerjacke. So kalt kann es nicht werden!

Heute beginnt der Unterricht erst um 9.15 Uhr und meine Klasse feiert kurz, dann geht es zur Zeugnisvergabe in einen Kinosaal (wie jeden Monat).

Zum Frühstück hat jeder eine Kleinigkeit mitgebracht und wir können ein kleines Picknick veranstalten. Ich habe Erdbeeren und Trauben gekauft. Nur gesunde Sachen.

Während der kleinen Feier wird das Ergebnis des Abschlusstestes verteilt. Ich habe 95% geschafft. Mit nur 4 Fehlern von 83 Punkten bin ich zufrieden.

Harry hat 87% geschafft. Für seine Stufe ein stolzes Ergebnis.

Was mich noch stolzer macht: Ich bin diesen Monat diejenige, die eine zusätzliche Auszeichnung für "die beste Schülerin des Monats" erhält. Es wurde ja langsam Zeit, denn ich habe mir in diesem Monat wirklich Mühe gegeben....


Von Harry erfahre ich, dass er es dieses Monat nicht zum besten Schüler geschafft hat. Vielleicht im nächsten Monat?

Für alle in meiner Klasse ist dieser Tag der letzte in der Schule. Sie müssen alle zurück in Ihr Land. Nur noch ich bleibe zurück. Im Moment sieht es so aus, als wäre ich wieder die Einzige in meiner Stufe. Näheres erfahre ich am Dienstag.

wir waren 7 Schüler in der Klasse

Nach der Schule wollen wir wieder in das chinesische Restaurant zum "all you can eat". Draussen weht ein eisiger Wind und unsere Sommerjacken sind nutzlos. Wir spüren ihn bis auf die Knochen. Zusätzlich gießt es in Strömen. Diesesmal wollen wir den Bus nehmen und ausprobieren, ob es schneller geht. Aber der läßt auf sich warten. Wir sitzen eine halbe Stunde in der Busstation. Hier in Kanada gibt es keine Busfahrpläne an den Bushaltestellen. Man wartet einfach auf den nächsten Bus. Wenn man Pech hat, wartet man 40-50 Minuten bis einer kommt.

Mittlerweile sind es nur noch 2 Grad und der Regen verwandelt sich in leichten Schneefall, und das im JUNI!

Im Restaurant hauen wir aber rein. Es gibt über 100 Möglichkeiten, sich den Magen vollzuschlagen. Eine riiiiesige Auswahl. Trotzdem entscheiden wir uns für Hähnchenflügel und Kartoffeln. Sie schmecken einfach am leckersten.

Kosten für dieses Mittagesen: Beide zusammen umgerechnet 17,00 Euro.

Samstag, 6. Juni 2009

Es ist kalt und schlechtes Wetter kündigt sich an. Wir bleiben heute daheim. Harry geht für zwei Stunden in die Stadt, kommt aber auch schnell wieder zurück, da es immer wieder in Strömen gießt.

Am Abend schauen wir uns wieder eine ausgeliehene DVD an.

Sonntag, 7. Juni 2009

Nach einem guten Mittagessen, gehen wir in die Stadt shoppen. Ich benötige dringend neue Jeans, da meine Hosen ziemlich unter den kanadischen Trocknern leiden: Sie gehen ein, so wie auch unsere andere Kleidung. Die vor ein paar Wochen gekauften Pullis sind von der Größe L auf Größe S geschrumpft. Wir haben uns überlegt, ob wir uns einen Wäschehänger kaufen, haben aber die Idee aufgegeben, da wir nur noch vier Wochen hier verbringen.

In einem Jeansladen kaufe ich mir zwei Paar "Wrangler"-Jeans für umgerechnet 58,00 Euro (zusammen). Ein günstiger Preis.

Nach dem Shoppen geht es ins Kino und wir suchen uns wieder ein Zeichentrickfilm aus. Diesesmal verstehen wir ziemlich alles.

Montag, 8. Juni 2009

In der Schule fängt heute ein neuer Monat an und wir "müssen" nicht in die Schule. Wie jeden Monat neu werden nur die Neuankömmlinge empfangen.

Wir haben heute was Anderes vor. Wir mieten uns für 35,00 Euro ein Auto und fahren in Calgary durch die Gegend. Wir suchen ein paar Industriegebiete aus und fahren die Speditionen ab. Harry möchte sich persönlich bei den Firmen bewerben und evtl. Bewerbungsunterlagen abgeben.

Schon bei den ersten Firmen wird abgelehnt. Sie stellen nicht ein, sondern müssen sogar Fahrer entlassen.

Bei einer größeren Spedition wird die Bewerbung einbehalten und mitgeteilt, dass man Harry anruft, wenn Fahrer gesucht werden.

Leider haben sich mit der Finanzkrise die Zeiten geändert. Vor 1-2 Jahren wurden LKW-Fahrer von der Straße "gekauft", d.h. sie wurden richtig gesucht. Nun ist es sehr schwierig geworden. Wir denken, wir sollten es in ein paar Monaten oder einem Jahr nochmals probieren. Irgendwann ist auch diese Krise überstanden und LKW-Fahrer werden wieder gebraucht wie nie.