Sonntag, 21. Februar 2010

Raus aus der Stadt

Es ist Sonntag morgen. Draussen sind -10 Grad aber strahlend blauer Himmel.

Nachdem ich ein Stündchen mit meinem Schatz gechattet habe und fast eine Stunde lang mit meinen Eltern telefoniert habe, ist es an der Zeit aufzustehen. Das Wetter ist viel zu schön, um den Tag daheim zu verbringen.

Morgen am Montag muss ich mein Auto wieder der Vermitfirma zurückgeben. Der Tank zeigt noch halb voll an. Ich darf das Auto mit leeren Tank abgeben. Also was tun?

Ganz spontan entscheide ich mich raus aus der Stadt und gegen Westen zu fahren. So weit wie mich der Tank des Autos bringt.

Nach ca. 80 km mit tollem Blick auf die Rocky Mountains kommt das Schild Kananaskis Village. Hier war ich letztes Jahr mal mit der Schule. Ich entscheide mich auszufahren.

Im verschlafenen Village gehe ich spazieren und genieße die Sonne, kaufe mir zu Mittag eine belegte Semmel und mache Picknick...

Ich bleibe nur kurz, und mache mich auf den Rückweg. Der Tank sollte noch bis Calgary reichen.

Auf dem Rückweg kommen mir viele Trucks entgegen und ich schieße im Vorbeifahren ein paar Bilder, die aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit etwas verwackelt sind. Die Kunst bestand darin, den Auslöser der Kamera genau dann zu drücken, wenn der LKW auf meinem Kamera-Sucher ist. Bei 110 km/h in meine Richtung und 110 km/h des LKW's in die Gegenrichtung ist das nicht einfach. Das macht mal nach...

Ich habe etwa 20 Bilder geschossen, von denen mir einige genau ins Objektiv gepasst haben.

Diese Bilder sind nur für dich, Harry, mein Schatz. Damit du hast auf was du dich freuen kannst, wenn du auch nach Kanada kommst.


Und schon ist die Zeit wie im Flug vergangen. Gegen Abend hat mich Calgary wieder.


Morgen geht's in die Schule.

Freitag, 19. Februar 2010

Wieder in die Schule

Ich denke ich habe heute die richtige Entscheidung getroffen: Ich gehe wieder für 3-5 Wochen in die Schule. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer. Es ist wieder Global Village.

Grund 1:

Mein Vorstellungsgespräch bei er Vermietfirma ist meiner Meinung nach positiv ausgegangen. Fraserway hat mir angeboten, nach Ostern anzufangen. Das wäre dann Anfang April. Ich muss morgen noch dahin und ich denke wir werden auch den Vertrag fertig machen.

Aber was mache ich denn bis Anfang April?

Für ein paar Wochen noch einen Job anzufangen, brächte wieder Geld in die strapazierte Kasse. Aber es lohnt sich nicht und ist nicht fair gegenüber Mitbewerbern, wenn ich mich anstellen lasse und nach einem Monat sage: So, ich gehe jetzt!

Ich müsste sowieso nur Jobs im McDonalds oder ein Fast Food-Restaurant annhemen. Das ist nichts für mich.

Grund 2:

Als ich heute früh die Tür zur Schule öffnete war ich sehr aufgeregt. Denn heute bekomme ich nach fast zwei Wochen Calgary und fast zwei Wochen Einsamkeit endlich wieder viele bekannte Gesichter zu sehen.

Als erstes lief mir Tanja, die Direktorin, über den Weg. Sie erkannte mich sofort. Und schon waren wir in ein Gespräch verwickelt. Sie sagte noch so nebenbei: "Gerade gestern haben wir von dir gesprochen. "

Ich dachte nur: Hm? Und sagte dann: "Na hoffentlich nur gute Dinge."

Als nächstes besuchte ich Cindy und Louise, die beiden Büro-Damen, die für die Anmeldungen zuständig sind. Louise sagte gleich: "Oh ja ich erinnere mich...Harald und....und....und...Ute." Nach sovielen Monaten (fast ein Jahr) und bestimmt mehreren tausend Schülern wird mein Gesicht gleich erkannt. Süss, was? Und alle sind so freundlich und haben mich gleich umarmt.

Es war 12.15 Uhr als ich an die Wanduhr an der Rezeption der Schule blickte.

Um 12.20 Uhr ist am Freitag Schulschluß und ich mache mich auf den Weg zu meinem Lieblingslehrer David. Er war die ganzen 3 Monate im letzten Sommer mein Lehrer. Und ich muss ihn heute noch sprechen, bevor alle anderen Damen etwas verraten.

Na, der wird staunen!

Ich gehe zur Tür, reiße sie förmlich auf und sage auf Englisch: "Zeit nach Hause zu gehen!"

Alle starren mich an. Es dauerte nur Millisekunden und David erkannte mich auch sofort. Und dann sagte er zu seiner Klasse: "Das ist Ute, von der ich euch letzte Woche erzählt habe."

Äh? Geht's noch? Seit wann bin ich die Sensation der Schule? Ich war 10 Monate abwesend und ich war ein ganz normaler Schüler ohne besonders Aufsehen erregt zu haben.

Na das kann heiter werden.

Am Montag um 8.45 Uhr fange ich die Schule an. Ich freue mich und bereue meine Entscheidung nicht. Vor allem auch, weil die Schule jeden Tag Aktivitäten anbietet. So komme ich wieder mal unter Leute.

Ach so, ich habe mich für den IELTS Test entschieden. Das ist der einzige Test, den die Regierung von Kanada als Nachweis der Englisch-Kenntnisse annerkennt, wenn man auswandern will.

Also hat die Sache auch was Positives.

Donnerstag, 18. Februar 2010

Tag 10 in Calgary (Teil2)

...und hier ist die Fortsetzung zum Tag 10, da ich nicht mehr alles geschafft hatte.

Ich wollte nur erzählen, dass ich heute zum zweiten Mal beim Rumänen "Maria Market" gewesen bin. Ich musste nochmal dahin, da sie solch ein leckeres Mittagessen machen.

Ca la mama acas'


Der Kartoffelbrei schmeckt noch so richtig nach Kartoffeln, nicht wie hier in jedem Restaurant nach Pulver.

Wenn man rechtzeitig anruft, machen sie auch Mici zum Mittagessen.


In der Mitte des Raumes stehen die Theken. Rechts die Wurst- und Käsetheke, und links die Süssigkeiten- und die Mittagstheke mit dem leckeren Essen. Wenn ich mal wieder dort bin kann ich auch von den Theken Fotos machen.

Ich seid bestimmt neugierig.

Was ich mir gekauft habe? Na fast das gleiche wie vor ca. einem Jahr:
  • Zacusca de vinete
  • Salata de boeuf
  • Pariser (gleich 300 Gramm)
  • Pufuleti
  • Gris (Gries)
  • Ciorba de cartofi
Ich kann mir im Moment noch nicht so richtig an die Auswahl in den kanadischen Lebensmittelläden gewöhnen. Wollt ihr mal in meinen Kühlschrank sehen?

Was hat Ute nach 10 Tagen in Calgary alles im Kühlschrank?

Ute's Kühlschrank ist noch ziemlich leer.


Nur im Tiefkühlfach liegt was drin. Das Beste: Mischbrot vom Polen. Das kanadische Brot schmeckt leider nicht so gut.

Im Moment habe ich noch Glück, denn ich kann kein Fertigessen kochen. Die Mikrowelle ist nämlich kaputt. Ich esse meistens in der Stadt, wenn ich unterwegs bin. Abends dann nur ein Stück Brot mit Wurst...

Mittwoch, 17. Februar 2010

Tag 10 in Calgary (Teil1)

Heute ist mein 10. Tag in Calgary und ich kann sagen, dass ich fast Alles erledigen konnte.

Ich muss für das Tauschen des Führerscheines noch eine Übersetzung fertigen lassen, die auch schon in Arbeit und in 1-2 Tagen fertig ist. Ich habe zwei Kopien angefordert, eine für die Führerscheinstelle und eine für meine Autoversicherung. Man weiß ja nie, wo man Geld sparen kann, wenn man nachweist, dass man den Führerschein schon lange besitzt.

Wenn ich zurück denke, bin ich mittlerweile seit fast 13 Jahren im Besitz des Führerscheines. Oje, bin ich alt geworden....Wo ist nur die Zeit geblieben?

Leider wird bei einer Autoversicherung in Kanada meistens nach dem kanadischen Führerschein gefragt. Das beeinflußt die Versicherungsprämie, da man als Neuling eingestuft wird und es einen Batzen Geld kosten kann. 12 Jahre Fahrerfahrung bringt also herzlich wenig.

Ich habe mal einen Vergleich von Auto-Versicherungen im Internet gemacht und ich komme auf Beiträge von 35 Euro über 98 Euro bis hin zu 250 Euro im Monat nur für die Haftpflichtversicherung für das gleiche Fahrzeug.

Heute ist auch Tag 10, seit dem ich ein Auto fahre. Ich kenne mich nun einigermassen mit den Straßenschildern aus, aber das wichtigste Schild übersehe ich immer:


Es ist das Zeichen für Fußgänger. Leider erkenne ich nicht immer gleich, dass jemand die Straße überqueren will. Ich erkenne es erst, wenn ich vorbeigefahren bin.

Dabei gibt es für "Nichthalten wenn Fußgänger die Strasse überqueren wollen" eine fette Strafe. Wird man erwischt, zahlt man umgerechnet 400 Euro.


Hier noch ein paar andere Bußgelder, bei denen man in die Tasche greifen muss:



  • Nicht angeschnallt: 80 Euro
  • zu schnelles fahren (16km/h drüber): 72 Euro
  • Nicht stoppen an Stopschild: 200 Euro
Also muss ich aufpassen, wie ich fahre.

Gestern bin ich mal zur Rush Hour, also zur Hauptverkehrszeit die Autobahn 2 aus dem Süden Calgarys Richtung Norden gefahren.

Ich muss sagen, die 4 Spuren waren ziemlich voll, aber jeder hat sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung von max. 110 km/h gehalten. Mehr darf man in Kanada nicht fahren.

Die Autofahrer nutzten alle 4 Fahrbahnen und der Verkehr konnte so fließen. Vielleicht war es auch hilfreich, dass man rechts überholen konnte. Ich fand das Fahren angenehmer als in Deutschland auf der A3 z.B. wo nur gehetzt und gedrängelt wird.

Gestern war ich auch mal wieder im Kino, im Canyon Meadows Cinema, wo der Film nur ca. 2 Euro kostet. Ich habe mir eine Komödie ausgesucht und habe es bereut, denn der Film fand in Irland statt, und von dort war auch der Hauptdarsteller. Ich habe fast nichts verstanden. Hier gibt es den Trailer dazu und in Deutschland kommt er im März ins Kino.

Fortsetzung folgt...

Samstag, 13. Februar 2010

Weiter geht's

Nach 2 Tagen Sonne ist es heute mal wieder neblig und mit -11 Grad ziemlich kalt in Calgary. Ich muss das Auto nicht kratzen, aber ich muss mal die Scheiben putzen, weil ich mittlerweile nicht mehr rausgucken kann. Mit etwas Schnee, der zu genüge herumliegt, wasche ich mit bloßen Händen meine Seitenscheiben und die Heckscheibe. So, sieht es schon mal besser aus.

Den Rest des Autos lasse ich so dreckig, denn heute gebe ich es sowieso zurück.

Als erstes geht es heute in den "Best Buy", ähnlich dem Mediamarkt in Deutschland. Ich brauche unbedingt ein eigenes NAVI, da ich mich in Calgary immer noch nicht zurechtfinden kann.

Im Angebot ist ein NAVI, das als "open item" gekennzeichent ist. Es ist das Ausstellungsstück, das verkauft wird. Also nehme ich's. Ich möchte es gleich im Auto ausprobieren. Aber leider fehlt die SD-Karte mit den ganzen Daten. Ich also gleich wieder zurück und zum Kundencenter, um mich zu "beschweren".

Ohne Probleme wird das NAVI wieder zurückgenommen, da die Karte vom Mitarbeiter nicht mehr auffindbar war. Da ich aber unbedingt heute eins brauchte, kaufte ich ein anderes NAVI. Ohne ein weiteres Wort, gab es auf dieses NAVI einen Abschlag von 4,99 Dollar. Einfach so. Ich vermute das gehört zur Kundenbetreuung dazu. Ich habe also umgerechnet 65 Euro für das NAVI bezahlt.

Mit dem NAVI ging es auch gleich zum Flughafen zur Fahrzeugrückgabe.

Ich habe nochmal über Deutschland ein Auto für weitere 9 Tage gemietet. Warum über Deutschland?

Ganz einfach: Hier ist die Vollkasko bereits im Preis enthalten. Und ich spare zusätzlich mit meiner ADAC-Mitgliedschaft UND meiner ADAC-Kreditkarte noch mehr Geld.

Ich habe nochmal ein Auto gemietet, da ich immer noch kein vernünftiges und günstiges Fahrzeug hier gefunden habe. Preisvergleiche haben ergeben, dass ich mindestens 4.000 Dollar für ein Auto ausgeben muss, wenn ich es vom Händler kaufen möchte.

Ich werde nicht von Privat kaufen, da ich nicht weiss welche Schrottkarre mit untergejubelt wird. Beim Händler ist es doch sicherer. Und in diesen Wintermonaten ist es mir wichtig, dass ich nicht mit einer Panne am Straßenrand stehen bleibe.

Jetzt habe ich ja noch 9 weitere Tage Zeit zu suchen.

Jedenfalls komme ich am Flughafen bei der Fahrzeugrückgabe an, und frage gleich, ob sie dieses Fahrzeug noch vorrätig haben. Ich möchte bei diesem Hersteller bleiben. Der nette Herr zeigt mir ein paar Fahrzeuge, die aber für mich viel zu groß waren. Ich wollte wieder einen kleinen Wagen.

Ich bestand darauf, dass ich das gleiche Auto behalten kann. Es musste nur gewaschen werden. :-)

Ok, also wartete ich auf meinen schönen weißen Nissan. Am liebsten hätte ich das Auto von denen abgekauft. Ich war sehr zufrieden mit ihm. Aber leider habe ich keine 14.000 - 20.000 Dollar übrig.

Nach 25 Minuten kam ein grauer Nissan vorgefahren und ich fragte mich, was aus meinem weißen geworden ist...

Man sagte mir, dass das Waschen des anderen Autos mehr als 30 Minuten dauern würde, also geben sie mir diesen.

Aber woher kommt denn der auf einmal her? Sie sagten mir doch am Anfang, dass das Auto nicht verfügbar sei.

Wie auch immer, egal woher die das beschafft haben, ich nehme es und fahre glücklich davon.

Ich denke, es gehört einfach dazu, einen Kunden zufriedenzustellen. Mein Gedanke war, dass die einach von der Konkurenz ein Fahrzeug beschafft haben. Am Flughafen gibt es noch unzählige andere Auto-Vermietungen wie z.B. Hertz, Avis...

Ich habe zwar kein eigenes Bild gemacht, aber hier kommt ein Bild aus dem Internet.

Donnerstag, 11. Februar 2010

Meine bescheidene Wohnung

Wie versprochen hier ein paar Bilder von meiner Wohnung.
Sie ist ca. 31 qm groß und hat alles was man zum Leben braucht. Nur die Küche und den Waschraum teile ich mit ungefähr 20 Bewohnern des Gebäudes.

Das Gebäude war in den 5oer Jahren ein Hotel, deshalb sieht mein Zimmer auch so aus. Es wurde neu renoviert und wird nun vermietet. Wie schon erwähnt, zahle ich ungefähr 440 Euro mit allem inklusive. So muss ich mich nicht an einen Vertrag für den Fernseher oder das Internet binden. Ist bereits in der Miete enthalten.



Das war der Zustand bevor ich eingezogen bin. Jetzt habe ich noch einige Sachen gekauft und nun wohne ich im Chaos. Bis alles seinen Platz gefunden hat, wird's noch ein paar Tage dauern.

An was ich mich noch gewöhnen muss: Das Zimmer hat eine riesige Klimaanlage mit Ventilator. Man kann die gewünschte Temperatur einstellen und dann springt das Gerät an und heizt im Winter bzw. kühlt im Sommer. Das Gerät ist ziemlich laut. Durch diese Luft ist es im Zimmer sehr trocken und durch den Luftzug brennen meine Augen nach einiger Zeit.

Für letzte Nacht habe ich die Temperatur auf ca. 22 Grad gestellt. Durch das ständige Anspringen und des lauten Ventilators (alle 30-40 Minuten) konnte ich nicht gut schlafen.

Für heute Nacht werde ich das Ding mal ganz ausschalten. Ich liege ja unter der Decke und werde schon nicht erfrieren.

Ebenso habe ich mir drei Schälchen voller Wasser auf meinen Schrank gestellt. Das soll helfen und den Raum befeuchten. Bin mal gespannt, wie diese Nacht abläuft.


Mein Vorstellungsgespräch

Heute früh hatte ich das erste Vorstellungsgespräch in Airdrie, eine Stadt ca. 20 km nördlich von Calgary. Es handelt sich um einen Wohnmobil-Vermieter, der für die Hochsaison Leute sucht.

Schon beim Warten konnte ich einen Blick ins Gästebuch werfen. Die Kunden kommen hauptsächlich aus Deutschland, Holland und der Schweiz. Vereinzelt haben sich auch Amis ins Buch eingetragen.

Das Gespräch verlief positiv und ich habe viele Fragen gestellt. Zuerst haben wir englisch gesprochen, dann wechselten wir ins Deutsche. Die Managerin ist nämlich eine Deutsche.

Ihr werdet lachen: Heute habe ich auch zum ersten Mal ein Wohnmobil von innen gesehen. Es werden verschiedene Größen vermietet. Ich war begeistert und habe viele Fragen gestellt. Vielleicht war ich zu nervig??? Da sind ja ganze Betten drin, die ganz bequem aussehen.

Nächsten Samstag fahre ich mal wieder dort vorbei, denn ich möchte die Wohnmobilvermietung mal an einem konkreten Beispiel miterleben. Dann kann ich entscheiden, ob es etwas für mich ist.

Bis dahin kann ich mich noch nach anderen Möglichkeiten umsehen.

Arbeitsbeginn wäre nach Ostern.

Bis dahin gehe ich vielleicht nochmal in die Sprachschule und mache den IELTS-Test. Mit diesem Test kann man dann an der UNI studieren. Und: Er gilt als Nachweis der Englisch-Kenntnisse wenn man die Dauer-Aufenthalts-Genehmigung beantragt.

Sicher ist sicher.

Dienstag, 9. Februar 2010

Wohnung gefunden

Hier kommen ein paar Bilder von meinen ersten beiden Tagen in Calgary.





Aufgrund der Kälte waren viele Bäume eingefroren. Wie im Märchen.

Heute war der erste sonnige Tag, seitdem ich da bin. Strahlender Sonnenschein und die Kälte ist vergessen. Ich konnte heute ohne Jacke rumlaufen und die nächsten Tage soll es tagsüber immer über 0 Grad bleiben.

Heute Abend ist mein letzer Abend in einem Hotelzimmer. Morgen ziehe ich in mein eigenes Zimmer um. Es ist nur ein Zimmer aber es ist möbliert und für mich alleine ausreichend. Ausstattung mit Kühlschrank, Mikrowelle und Fernseher.

Die monatliche Miete beträgt umgerechnet bei diesem schlechten Kurs 440 Euro. Inklusive Wasser, Heizung, Internet. Ich hoffe, dass der Kurs besser wird, also würde die Miete bei etwa 400 Euro liegen.

Demnächst folgen ein paar Bilder.
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Habe heute auch eine Sozialversicherungsnummer beantragt, also kann es mit Arbeiten los gehen.

Ich wollte auch meinen deutschen Führerschein in den kanadischen umtauschen. Aber die Dame am Schalter konnte mit meinem rosa Lappen nichts anfangen. Sie drehte ihn mal hin und mal her und sagte, sie wisse nicht was drauf steht. Also kann sie ihn auch nicht umtauschen. Ich soll eine Übersetzung machen lassen und beim nächsten Mal mitbringen.

Dann sagte ich, ich würde gerne den kanadischen Führerschein neu machen. Aber das ginge auch nicht, weil ich keine zwei Führerscheine besitzen dürfte.

In Kanada kann man ganz günstig den PKW Führerschein machen. Man meldet sich bei der zuständigen Behörde, und beantragt diesen. Dann kann man einen schriftlichen Test machen, und die Fragen am Computer beantworten. Das kostet ca 10 Dollar (umgerechnet 7 Euro). Wenn man diesen bestanden hat, macht man einen Termin für die Fahrprüfung aus. Der Fahrprüfer läßt einen zwei-dreimal um den Block fahren und fertig.

Insgesamt kommt man für den Führerschein auf umgerechnet 35 Euro.

Deshalb wollte ich diesen neu machen. Dann bin ich sicher, dass ich den deutschen Führerschein noch behalten kann. Aber wenn das nicht geht....

Einige Verkehrsregeln in Kanada

Größtenteils sind die Regeln in Kanada die gleichen wie in Deutschland aber an einige Verkehrsregeln muss man sich erst gewöhnen.
  • Ampeln stehen in Kanada auf der gegenüberliegenden Seite der Kreuzung. Das hat den Vorteil, dass man sich beim Warten an der Ampel nicht den Hals verrenken muss um die Ampel im Blick zu halten. Andererseits muss man sich daran erst einmal gewöhnen und aufpassen, dass man nicht erst mitten auf der Kreuzung anhält.
  • Autofahrer dürfen immer nach rechts abbiegen, egal ob die Ampel rot oder grün ist.
  • Auch Fußgängerampeln haben drei Phasen: Laufen, nicht Laufen und Weiterlaufen. Wenn das rote Licht blinkt, bedeutet das, dass die Autos bald wieder fahren dürfen. Dann darf man die Straße vom Bürgersteig aus nicht mehr betreten, jedoch weiterlaufen, wenn man schon auf der Straße ist.
  • Wenn Kinder ein- und aussteigen, dürfen Schulbusse weder überholt noch in Gegenrichtung passiert werden. Man darf – in beiden Richtungen! – erst weiterfahren, wenn das blinkende rote Stopplicht des Busses erloschen ist.
  • Auf mehrspurigen Straßenwie z.B. die Autobahnen wird gerne rechts überholt.
  • Auf Autobahnen liegt die zulässige Höchstgeschwindigkeit bei 110 km/h, teilweise bei 100 km/h
  • Aber hier eine Regel für den Fall, dass die Blinker nicht funktionieren. Man muss den Arm aus dem Fenster strecken.
Ich will anhalten oder langsam fahren.

Ich will rechts abbiegen

Ich will links abbiegen

In Calgary gibt es soviele Stadtautobahnen, bei denen ich mich immer noch nicht auskenne. Sie tragen keine Zahlen wie die A3 oder A73, sondern Namen. Zusätzlich kommen noch die vier Himmelsrichtungen dazu. Man muss wissen in welche Richtung man fahren muss. Norden, Süden, Osten oder Westen. Das Gleiche gilt für alle Straßen in Calgary. Ich bin in den letzten Tagen die 16 Avenue W gefahren. Wo auch immer sie hinführt....

Man kann auf Kanadas Straßen einige Fahrzeuge beobachten, bei denen man nur den Kopf schütteln kann.

Dieses Fahrzeug ist kein Einzelfall

Da es in Kanada keine Pflicht ist, zum TÜV zu gehen, werden manche Fahrzeuge vernachlässigt.

Also genug für heute. Ich muss packen,denn wie gesagt, ziehe ich morgen um...

Sonntag, 7. Februar 2010

Kanada ich bin da

Es ist 4 Uhr früh in Calgary. Ich kann nicht mehr schlafen, weil mein Körper immer noch nach der deutschen Zeit gerichtet ist. In Deutschland ist es nämlich 12 Uhr Mittags.

Ich lasse nun den letzten Tag Revue passieren.

Samstag:

Der Wecker klingelt um 5 Uhr früh. In einer Stunde waren wir fertig für die Abreise nach Frankfurt. Wir wollten früher dort sein, da man nie weiß wie die A3 bei Würzburg befahren ist und das Wetter mitspielt.

Aber wir haben Glück: Kein Stau und kein neuer Schnee. Bei 2 Grad und Tauwetter kommen wir in Frankfurt an.

Das Einchecken: Bei Air Canada gibt es eine neue Regelung: Man darf nur einen Koffer mitnehmen. Ein zweiter Koffer kostet 35 Euro und nun haltet euch fest: Der dritte Koffer kostet 150 Euro. Wenn man also drei Koffer mitnimmt, kostet es Einen insgesamt 185 Euro!!! Wenn man das auf 300 Passagiere umrechnet.... na, ich will das nicht wissen.... So kann man als Fluggesellschaft auch seine Zusatz-Kohle machen, oder?

Ich hatte zwei Koffer dabei, aber ich hatte den Vorteil, dass ich noch früh genug gebucht habe. Denn wer vor dem 23. Dezember gebucht hat, kann noch den zweiten Koffer kostenlos mitnehmen. Juhu!

Samstag:

Ankunft in Calgary ca. 15.30 Uhr nach 9,5 Stunden eines ziemlich ruhigen Fluges. Die Landung auf dem Calgary Flughafen war die beste, die ich bis jetzt in Kanada erlebt habe. Sie war sehr präzise und ohne jegliche Turbulenzen.

Gleich beim Aussteigen nachdem wir ein paar Schritte gegangen waren, begrüßt uns eine ältere Dame in einem Cowboy-Kostüm: "Howdy! Willkommen in Calgary" (sagte sie in Englisch)

Lustig! Egal wie mürrisch man war, man musste einfach grinsen. Ich habe auch höfflich gegrüßt und habe mich für die Wollkommensgrüße bedankt.

Die Zollabfertigung verlief ohne Probleme. Ich wurde nur gefragt, ob ich das Land vor dem 11. Dezember verlasse. Und ich sagte "ja", denn mein Visum läuft an diesem Datum aus.

Weiterhin wurde ich gefragt, wo ich wohnen werde und wo ich arbeiten werde. Ich sagte, ich hätte noch keine festen Pläne. Ich würde gerne im Herbst in den Osten gehen, da es dort auch schön sein soll. Dann sagte die Dame: "Gehen Sie nach Nova Scotia, denn dort ist es schön. Das ist meine Heimat". Das hätte ich von einer Zollbeamtin nicht erwartet: Sie wurde persönlich und gab Tipps...

Nachdem ich die Koffer abgeholt hatte, suchte ich die Autovermietung. Ich musste raus aus dem Flughafengebäude ins Freie und ein paar Schritte laufen. Jetzt erst bekamm ich die erste Luft von Calgary zu spüren. Sie war bitterkalt! brrrr!

Die Autos standen auch im Freien und waren frisch gewaschen, aber die Wasserperlen von der Wäsche waren gefroren. Es waren -10 Grad.

Der Sachbearbeiter der Autovermietung teilte mir den kleinsten Wagen zu. Ich war zufrieden, denn ich habe einen schönen weißen Nissan bekommen. Das Auto ist so klein, in dem Kofferraum hatte nur ein Koffer platz und der zweite Koffer füllte beide Rücksitzbänke aus.

Ich habe mir auch gleich ein Navigationssystem gemietet, denn ich kenne mich in der Stadt nicht besonders gut aus. Und außerdem kann ich nicht alleine fahren und gleichzeitig Karte lesen.

Los geht die Fahrt:

Die ersten paar Meter mit einer Automatikschaltung. Das kann ja lustig werden. hahaha! Bei jedem Anhalten suchte ich die Kupplung, und beim Fahren wollte ich immer in den nächsten Gang schalten. Seeeehr gewöhnungsbedürftig.


Mein erstes Problem:

Das Navi funktionierte nicht. Ich war schon aus dem Flughafengelände raus und noch immer wollte das Navi keinen Ton mit mir reden. Ich hielt an der ersten Ampel in Richtung Autobahn.

Welche Richtung soll ich nehmen? Rechts oder geradeaus? Rechts oder geradeaus? ....dann "ene mene miste...." Rechts oder geradeaus?

Die Ampel schaltete auf grün. Keine Meldung vom Navi! Ich fuhr einfach geradeaus. Aber ich fuhr langsam, da mir das Wetter nicht gefiel. Ich fuhr streckenweise auf purem Eis. Es gab nämlich zu den -10 Grad noch gefrierenden Nieselregen dazu. Ich dachte nur: Puh! Da musst du durch!

Was mich wunderte: Es gab manchmal Geschwindigkeitsbegrenzungen auf max. 60 km/h. Die Autos fuhren aber mit 80-90 an mir vorbei. Gut, dass die Autobahn zweispurig (und machmal dreispurig) ist. Sollen die mich doch überholen! Ich hab' Zeit.

Nach 10 Minuten Fahrt auf der Autobahn merkte ich, ich hatte mich verfahren!!! Woher sollte ich auch ohne Navi wissen, wo es lang geht? Ich fuhr also von der Autobahn ab und hielt an, um mich um das Navi zu kümmern.

Toll! Irgend ein Idiot hat das GPS ausgeschaltet. So kann das Navi ja nicht wissen, wo ich mich befinde. GPS eingeschaltet, die Systemeinstellungen auf Deutsch umgestellt und die Fahrt konnte weitergehen! So habe ich das Hotel auch endlich gefunden. Um 6 Uhr Abends wird es langsam dunkel und bei mir macht sich die Müdigkeit bemerkbar. Ich bin ja schließlich schon 25 Stunden unterwegs.

Heute wird nichts mehr gemacht. Ich will noch bei Denny's Restaurant etwas essen und dann ins Bett.

Bei Denny's bestelle ich mir zur Feier des Tages (weil ich alles so gut gemeistert habe) ein T-Bone Steak! Mhhhmmm! lecker. Nach dem Fraß im Flugzeug war das Steak der Himmel auf Erden.

So, nun sitze ich hier und schreibe an meinem Tagebuch. Die nächsten Tage habe ich viel vor. Das Wichtigste: Eine Wohnung suchen, dann erst einen Job.

Am Donnerstag habe ich mein erstes Vorstellungsgespräch. Ich werde berichten, wie es gelaufen ist.

Mein erster Tag:

Ich bin zufrieden!
Aber glücklich werde ich erst sein, wenn Harry bei mir sein wird.

Bis bald!