Dienstag, 14. Juni 2011

Wer sagt denn, dass Saskatchewan flach ist?


Wusstet ihr's?

Die Hälfte von Saskatchewan besteht aus Wald und das ist der gesamte nördliche Teil der Provinz. Unsere Stadt Prince Albert ist das Tor in den Norden.


Am Wochenende haben wir das Tor durchschritten und sind noch höher in den Norden gefahren. Wir haben uns für den Narrow Hills Provincial Park entschieden.

Auf dem Weg durch den Park ein Schreck: Wir sehen unseren ersten Schwarzbären dieses Jahr. Bei Sichtung unseres ankommenden Autos, verschwand er schnell im Wald. Einfach zu schnell. Wir waren so überrascht, dass wir nicht sofort daran dachten, die Kamera zu ziehen und einzuschalten. Nach zwei Sekunden war der Bär auch zwischen den Bäumen verschwunden.

Man ist ja nicht darauf vorbereitet, in Saskatchewan einen Bären zu sichten, obwohl es ja in den Reiseführern erwähnt wird. Wenn man bedenkt, dass die Hälfte von Saskatchewan aus Wald besteht, ist das immer noch eine Fläche in etwa so groß wie Deutschland. Und die Wahrscheinlichkeit auf dieser Fläche einem Bären zu begegnen, ist nahezu null. Beim nächsten Mal erwischen wir vielleicht wieder einen und können ein Foto machen.

Dieser Park ist mit dem PKW auf der Schotterstrasse gut zu befahren, und viele Seen sind gut zugänglich. Gleich zu Beginn kann man die fünf Gem Lakes zu Fuss erkunden, aber die möchte im Moment nicht bewandern, denn irgendwie steckt mir noch die Überraschung über den Bären in den Knochen. Das nächste Mal aber bestimmt...

Unser jetziges Ziel ist der "Scenic Drive" mit ein paar schöneren Ausblicken von oben. Der "Scenic Drive" ist etwas schwieriger zu erkunden, wenn man nur einen PKW hat wie wir. Empfehlenswert ist ein Geländewagen, denn das Gelände ist steinig, sandig, mit dicken Wurzeln übersät. Wir wollten es aber versuchen und schauen, wie weit wir kommen.

Die Fahrt beginnt auf einem schmalen Weg, auf dem nur ein Auto Platz hat. Sollte uns jemand entgegen kommen, muss einer von uns zurücksetzen, bis eine Möglichkeit kommt, vorbei zu fahren. Viele dicke Steine und sandige Löcher machen uns die Fahrt schwer, aber wir fahren tiefer hinein. Wir wollen unbedingt bis zu den letzten Seen kommen, wo man eine gute Aussicht hat.

Ein paar mal kommen uns dicke Geländewagen entgegen, und das Zurücksetzen klappt. Jedes Mal konnte ich das Grinsen in den Gesichtern der entgegenkommenden Fahrern erkennen und ich hörte sie denken: „Man sind die doof, mit einem PKW hier hoch zu fahren!“

Hier kommen die Bilder von unserer Fahrt auf der „Einbahnstrasse“.

Ein paar mal hatten wir einen schönen Ausblick auf die aus der letzten Eiszeit hinterlassenen Seen.







Voller Euphorie, dass wir die Strecke gut meistern werden, fuhren wir Kilometer für Kilometer höher auf den Berg.

Jedoch dann kam die Enttäuschung und die Wahrheit holte uns ein: Kurz vor dem schönsten Ausblick stoppten wir vor einem tiefen Sandloch. Da kommen wir nicht durch. Auf dem Foto ist nicht zu erkennen, wie tief der Sand geht. Er ist so tief und so lose, dass man mit den Schuhen bis zu den Knöcheln darin versinkt...Unmöglich für unseren kleinen PKW.

Wir wollen das Schicksal nicht herausfordern und stecken bleiben. Es kommen nicht viele andere Fahrzeuge vorbei, die uns aus der Patsche helfen könnten. Und das Auto mitten auf dem Weg stehen lassen, um zu Fuss hochzulaufen geht auch nicht. Also machen wir enttäuscht auf halbem Weg kehrt, und entscheiden uns, ein anderes Mal vorbei zu kommen.

Vorbei an diesem tiefen Sandloch gibt es noch Vieles zu erkunden...aber beim nächsten Mal. In diesem Sinne:


Fortsetzung folgt...