Montag, 12. September 2011

Sahara-Feeling


Ein Wochenende am Lake Diefenbaker, dem größten See im Süden von Saskatchewan. Der See ist 225 Kilometer lang, etwa 6 Kilometer breit und bis zu 66 Meter tief.

Neben Wasser und tollen Stränden, hat der See auch ein Gebiet, in dem sich Sanddünen befinden. Diese wollen wir am Sonntag bewandern.

Aber erst mal haben wir am Samstag in der Nähe ein paar Orte befahren,weil sie auf der Landkarte hervorstachen. Hier die drei witzigsten Orte.





Natürlich sind die Orte nicht mit den originalen in Deutschland zu vergleichen. Diese bestehen aus höchstens 10 Häusern, meistens einer kleinen Hauptstaße und ein zwei Läden.

Ineinem der Orte entdecken wir ein Schild mit dem Hinweis :„Corn –U Pick“. Für uns heißt das: es gibt Mais zum selbst pflücken. Harry füllt eine Tasche und wir nehmen es mit. Das ist das erste Mal, dass wir Mais in Kanada selbst kochen.



In der Nähe des Little Manitou Lake legten wir unsere Picknickdecke aus und genossen unser Sandwich. Little Manitou Lake ist ein See, in dem man nicht ertrinken kann. Er hat soviele Mineralien und Salz im Wasser, dass man an der Oberfläche schwimmen bleibt und nicht untergeht.


Aber alle beide waren wir Feiglinge. Wir haben uns nicht reingetraut, obwohl draußen über 30 Grad herrschten und die Sonne vom Himmel brannte.

Wir haben uns nach nur einer Stunde wieder auf die Socken gemacht, denn wir wollen heute noch den Lake Diefenbaker erreichen, und das vor dem Sonnenuntergang.

Gerade rechtzeitig haben wir unser Auto geparkt und am menschenleeren Strand den Sonnenuntergang genossen.



In Elbow, einem putzigen Örtchen haben wir zu Abend gegessen und sind dann zurück zum Park und haben unser Nachtlager aufgeschlagen. Wir haben wieder mal, also zum zweiten Mal, im Auto geschlafen. Durch das klappen der Rücksitze entsteht hinten im Auto ein Platz, der so lang ist, dass ich mich strecken kann.

Mit leicht geöffneten Fenstern haben wir die frische Nachtluft genossen und dem Heulen der Kojoten zugehört bis wir einschliefen.

In der Früh wurden wir durch Vogelgezwitscher und angenehme frische Luft geweckt.



Und nachdem wir uns startklar gemacht hatten, holte uns das Deja-Vu ein. Schon zum zweiten mal haben wir am Morgen keine Batterie mehr zum Starten des Motors. Warum auch immer... keine Ahnung! Vielleicht nur vom Steckenlassen des Kontaktschlüssels?

Gott sei Dank hatten wir auf dem Campingplatz hilfsbereite Nachbarn, die uns aus der patsche helfen konnten.

Also Motor läuft: Auf zum Wandern.

Es sind 33 Grad draußen, und kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen. Die Sonne brennt gnadenlos auf uns herab.




Am Straßenrand wachsen kleine Kakteen mit spitzen Nadeln.


Auf diesem Foto fehlt ein wichtiges Objekt in den Ästen des trockenen Baumes: Könnt ihr euch vorstellen was?
Wie in einem Film, kann ich mir hier gut einen Geier vorstellen, der nur darauf wartet, dass wirendlich den letzten Atemzug tun.

Aber weg mit den bösen Gedanken.

Der Rucksack ist voll bepackt mit Wasser, denn das ist das Wichtigste in einer Wüste.

Der Wanderweg zu den Sanddünen ist nur 2,5 km lang aber in der heißen Sonne und beinahe kein Schatten, kommt er uns vor, wie 10 km. Wann sind wir endlich da?

Nur noch im rutschigen Sand einen kleinen Berg hochklettern, dann puh! geschafft.


Ein Wunder der Natur liegt vor uns. Wir erkunden die Dünen und keine Menschenseele ist weit uns breit zu sehen.







Aber anhand von diesen Spuren, wissen wir mit Sicherheit: Wir sind nicht alleine. Sind das Katzenspuren? Also eher ein Puma.

Auf dem Rückweg zum Auto haben wir die Natur auf unserer Seite: Der Wind legt an Geschwindigkeit zu und er kühlt unsere verschwitzten Gesichter.

Voll erschöpft und den Rucksack leer vom Wasser schafften wir es zum Auto zurück. In der Gemütlichkeit der Klimaanlage treten wir unseren 3-stündigen Heimweg an.

Unterwegs halten wir noch in Outlook an der Skytrail, der längsten Fußgängerbrücke Kanadas an und laufen drauf. Die Brücke ist fast 1 km lang und 46 m hoch über dem Saskatchewan River.




Nur 3 Stunden später steige ich aus dem Auto und meine Zähne fangen an zu klappern: Der Temperaturfall von 33 Grad in der Wüste auf 13 Grad daheim, hat mein Körper nicht erwartet.

Die 33 Grad am Wochenende sollten die letzten in diesem Sommer sein. Seitdem sind die Temperaturen tagsüber im Bereich 15-20 Grad und inder Nacht haben wir schon Minus-Temperaturen.

Der Winter ist nah...Hoffentlich lassen die -40 Grad und der Schnee noch lange auf sich warten.

Achja, das Mais haben wir noch am gleichen Abend gekocht und traditionell mit viel Salz und ohne andere Beilage gegessen.

Damit sende ich einen Gruß an Angelika samt Familie und Renate samt Familie. Das Mais war leckerrrrr.