Donnerstag, 22. März 2012

Diese Dreckspatzen!

Heute Früh, der Blick aus dem Fenster. Ein Grund, mal wieder an unserem Tagebuch zu schreiben. 

 

Dieses mal ein etwas längerer Bericht auch mit weniger erfreulichen Bildern. 

 

Zwei Tage vor dem Umzug erfuhr ich von unserem zukünftigen Vermieter, dass ein „Einzugstermin“ mit der Hausverwaltung vereinbart werden muss. Die „Einzugsgebühr“ beträgt 150 Dollar (115 Euro) und muss vor Ort bezahlt werden. So einfach kann man nicht einziehen. Wenn man erwischt wird, gibt es 500 Dollar Strafe. Und da das gesamte Haus videoüberwacht ist, wollen wir es auch nicht riskieren. 
 
Tja, Samstag Abend hungrig und total geschafft erreichen wir unser Ziel. Den Mietvertrag können wir in der Wohnung abfertigen und wir erhalten auch die Schlüssel. Aber leider können wir noch nicht unser Zeug und vor allem unser Bett hoch tragen. Der Einzugstermin ist erst am Sonntag früh um 9. 
 
Die Nacht haben wir dann bei Bekannten verbringen können.



Sonntag früh um 9 Uhr: 

Die Hausverwaltung kleidet den Aufzug mit Decken ein und bevor wir die Möbel bewegen, werden in unserem Stockwerk die Wände auf Schäden überprüft und jeder Kratzer und jede Delle wird festgehalten. 
 
Dann endlich mit zwei Bekannten haben wir den PKW und den Pick-Up Truck entladen. Nach dem Einzug werden nochmal die Wände auf eventuell entstandene Schäden überprüft. Was sein muss, muss sein. 
 
Unser Apartment hat ein Wohnzimmer, zwei Schlafzimmer und zwei Bäder. Also ist für Gäste schon vorgesorgt. Ihr könnt uns alle besuchen kommen. 
 
Die Wohnung befindet sich in einem dreiteiligen Gebäudekomplex, und die Namen enden auf -burg: Ravensburg, Lindenburg, Salzburg.

Wir wohnen im Salzburg.
Echtes Ziegeldach


 

Auf Bilder von der Wohnung werdet ihr euch noch gedulden müssen, bis wir alle Wände gestrichen und die nötigen Möbel gekauft haben. Das kann noch so 6 Wochen dauern.
Ich kann leider nicht alles alleine machen, da Harry gleich am Sonntag wieder zur Arbeit losgefahren ist. So bleibt das Putzen und Einräumen mir überlassen.



Am Montag hab ich das Haus ohne Straßenkarte oder Stadtplan verlassen. Ich wollte mein Ziel alleine und ohne Hilfe finden. So ungefähr wusste ich wo es ist: IKEA 

Habe aber die falsche Stadtautobahn erwischt und *schwupps die wupps* habe ich mich verfahren. Ich landete im Glenmore Park. War noch nie dort. Na wenn ich schon mal da bin, kann ich mich ja umschauen. Die Aussicht ist gar nicht so übel. 
Der Fluß endet im Stausee

Blauer Himmel und Schäffchenwolken. Der 4 km lange Stausee ist noch zugefroren.
 
Nach nur ein paar Minuten Verweilzeit ab ins Auto auf die Suche nach der IKEA.Irgendwo muss sie doch sein....
 
Gefunden! 
Insgesamt hatte ich 90 gefahrene km auf dem Tacho anstatt 30 = 60 km Umweg *grins*
 
Da mir Ivonne in ihrem Blog Appetit auf „Schwedische Hackbällchen“ gemacht hatte, habe ich mir natürlich auch welche gegönnt. 

Für die nächsten paar Stunden bin ich erstmal gesättigt.
 



So, und seit der Heimkehr bin ich nur noch am Putzen. Der Walmart gegenüber von uns hat ja gottseidank alles was man braucht. 

He, was sehe ich da auf dem Parkplatz! Ein Deutscher? 


Ja, in Alberta und ein paar anderen Provinzen muss man nur hinten das registrierte Nummernschild tragen. Vorne kann man sich dran machen, was man will. In diesem Fall ein deutsches Kennzeichen als Erinnerung.

Hehe, falls du dein Auto erkennst, melde dich mal.

 

Die Chemikalien in den Putzmitteln vernebeln mir schon mein Hirn. Meistens benutze ich Desinfizierer, denn das was die Vormieter hinterlassen haben, ist nicht mehr normal. Oder doch?

In den Schränken finde ich noch Zwiebeln, Kartoffeln, und ein Sack Reis. Alles landet im Müll.

In der Mikrowelle hängen noch die Essensreste an der Tür, im Kühlschrank hat sich wohl ein Haustier enthaart, und die Waschmaschine hat seit 2 Jahren keinen Putzlappen gesehen. Die mieft ganz nach Schimmel. Überall muss ich schweres Geschütz auffahren. 
 
Bin ich pingelig? Urteilt selbst. Achtung Ekel-Alarm! 


Kartoffeln wachsen schon aus.

Der Kalk hat sich schon ins Metall gefressen, also läuft das Wasser oben raus. Einen neuen Wasserhahn kaufen wir aus eigener Tasche, weil es dem Vermieter egal ist. Der Vermieter kann sicher sein, dass wir bei Auszug den alten Wasserhahn wieder einbauen.

Wer weiß wie lange das schon so klebt.

Wie kann man nur so leben?



Trockner mit Sieb wurde auch so hinterlassen.
Ute, sowas zeigt man doch nicht im Internet! Warum nicht? Sollen doch alle sehen, wie manche Kanadier hausen. In dieser Wohnung hat ein Pärchen mit Baby gewohnt. Sie 20, er 22. Also noch jung und verantwortungslos. 

Aber keine Angst, das schaut jetzt Alles blitzeblank aus.
 
Ich will mich ja nicht beschweren, aber manche Kanadier sind echte Dreckspatzen. 
 
Ende.