Samstag, 28. September 2013

Unterwegs im Osten Kanadas (1)

Ich weiß, ich weiß, ich bin schon lange überfällig mit einem ersten Bericht über unsere Rundreise im Osten Kanadas.

Ich werde den Blog in Etappen berichten (je nachdem wie wir Internetzugang haben) und nicht nach Tagen, oder Wochen.

Tag der Ankunft:
Der Flug quer durch das Land war unspektakulär und ohne jegliche Zwischenfälle. Ich traf am Flughafen Toronto ein und zusammen mit A. holte ich den Mietwagen ab. Es war die kleinste Mietwagengruppe, die wir über den deutschen ADAC gebucht hatten. Für drei Wochen kostete er knappe 580 Euro. Wenn wir aus Kanada gebucht hätten, hätten wir inklusive Vollkaskoversicherung über 1000 Euro gezahlt. Ich verstehe immer noch nicht, wie dieser Preisunterschied zustande kommt. Warum sind die Mietwägen (über Kanada gebucht) so teuer?

Da ich am späten Nachmittag ankam, und bis wir den Mietwagen holten, war es dann soweit, dass wir auf dem Weg aus dem Flughafen bereits in der ersten Rush Hour landeten. In einer Stadt mit 2,6 Millionen Einwohnern macht es keinen Spaß, auf der Autobahn entlang zu schleichen.

Gut, dass wir RAUS aus Toronto wollten, denn wir hatten das Ziel: Niagara Fälle.

Noch am Abend spazierten wir zu den Wasserfällen, da diese beleuchtet werden. Und am nächsten Tag nochmals, um die Niagarafälle, eine der größten Attraktionen Kanadas zu bestaunen. Und hier kommen die Bilder.

Die amerikanischen Wasserfälle

Die amerikanischen Wasserfälle bei Tag

Die imposanten Niagarafälle (unten ist ein Boot voll mit Touristen)

Beweisfoto :)

Das Touristenboot

Am Rand der Niagarafälle bevor sie in die Tiefe stürzen.
Am Tag 2 setzten wir unsere Reise Richtung Osten fort. Ihr werdet es nicht glauben, aber wir haben die Großmetropolen links liegen lassen, und haben sie nur umfahren, weil sie mich überhaupt nicht reizten: Toronto - Ottawa - Montreal

Wir wollten die wahre Natur kennenlernen, und sobald wir in das Hinterland fuhren, wurden wir von den  unbeschreiblichen schönen Farben des Indian Summer begleitet. Leider können wir mit unseren Bildern nicht dieses 360-Grad-Blick-Gefühl geben, aber wir versuchen, soviele Impressionen wie möglich mit euch zu teilen. 



Das kleine Skigebiet Mont Tremblant inmitten schöner Natur
 

mit schönen Gassen zum bummeln




Tag 3 war der Tag, an dem ich unbedingt Quebec City sehen wollte. Es sollte eine schöne Innenstadt haben, und ich wurde nicht enttäuscht. In den kleinen, engen Gässchen wurden wir kurzzeitig in ein anderes Land versetzt. Man sprach nur französisch, an vielen Ecken klang entspannende Straßenmusik und kleine Cafes luden zu einer Erfrischung ein.




Während wir auf der Promenade spazieren gingen, wanderten meine Gedanken an Harry (wie romantisch wäre es, wenn man Abends hier Hand-in-Hand entlang schlendern würde)
Nach nur einer Stunde war es an der Zeit, weiterzuziehen. Gleich nah an Quebec dran befinden sich die Montmorency-Falls. Mit 83 Metern Höhe sind sie die höchsten Wasserfälle der Provinz Quebec und sind sogar um 30 Meter höher als die Niagarafälle.

Auf der Brücke über den Wasserfällen befinden sich die Menschen (sicherlich ein guter Ausblick)


Man konnte auf die Brücke gelangen indem man diese Stufen an der Seite hochkletterte. Aber das war nix für mich... zu viele Stufen, die in die Knie gingen. Ich brauchte meine Kniescheiben noch für die nächsten Wochen.
Auch hier verbrachten wir nur etwa eine Stunde, und gleich ging es weiter....zu einem viel schöneren Platz auf Erden: Die Sept-Chutes (sieben Wasserfälle)

Man kann in diesem Park eigentlich den ganzen Tag verbringen, aber als wir um 14 Uhr ankamen, erfuhren wir, dass wir um 16.30 Uhr schon aus dem Park raus sein mussten. Das war knapp. Aber wir schafften es, alle Aussichtspunkte abzuwandern. Es sind kurze und leichte Wanderwege. Und hier die Impressionen.










Am Tag 4 sind wir nur gefahren, da wir es nicht erwarten konnten, aus der Provinz Quebec rauszukommen. Das Französische ging uns langsam auf den Keks, und es war uns die ganze Zeit unverständlich, warum diese Provinz so eigensinnig ist. In ganz Kanada wird alles zweisprachig (englisch + französisch) ausgewiesen. Aber in Quebec ist alles anders:
Alles, aber auch alles ist einsprachig auf französisch. Straßennamen, Straßenschilder, Radio (schon mal französische Countrymusik gehört?), Restaurant Speisekarten und sogar die Lieblingsserien im TV werden übersetzt.Wenn ich in der Schule kein Französisch hätte, wäre ich in Quebec am Ar$$.

Sogar im McDonalds muss man französisch können. Gott sei Dank sind "Hamburger" und "Coca-Cola" Einheitswörter und so konnte man sich verständigen. Wenn es um Abweichungen vom 0815 Prozedere gab, gab es schon die ersten Sprachbarierren zwischen uns. z.B. wollte man den Cafe "bitte nicht so süß", gab es nur ein Blick der Unverständnis. Quelle Merde!

Originelle Idee für eine Stadt. Ha! Ha!
Auf dem Weg raus aus Quebec machten wir noch einen Abstecher auf die Landstraße, um tolle Farbimpressionen mitzunehmen.

Entspannung!


Auf Wiedersehen Quebec......auf nach New Brunswick!

Fortsetzung folgt....

Sonntag, 22. September 2013

Chester Lake - Willkommen Herbst

Heute, am 22. September ist Herbstanfang.
Ich wachte ganz früh auf und hatte mal wieder eine einleuchtende Idee. Pünktlich zum Herbstanfang und noch bevor ich in den Osten Kanadas fliege, wollte ich Abschied von meinen geliebten Rocky Mountains nehmen.

Die Entscheidung fiel auf eine Wanderung zum Chester Lake im Kananaskis Country. Es ist eine Gesamtstrecke von 10 km bis zum See und zurück. Ja, ich wollte es mir wieder antun. Muskelkater vorprogrammiert.
Zu Hause in Calgary war es ein schöner und sonniger Tag. Aber je tiefer wir in die Berge fuhren, desto düsterer wurde der Himmel.



Auf den Gipfeln lag frischer Schnee wie Puderzucker

Aus dieser Richtung bewegte sich das Wetter auf uns zu und Nieselregen verfolgte uns den gesamten Weg bis zum See hoch. Das sah wirklich nicht gut aus.
Aber wir wagten es trotzdem. Dieser Wanderweg ist nicht mit einem Spaziergang zu vergleichen. Für mich war er einer der steilsten Wege. Man glaubt nicht, wie lange sich 5 km ziehen können, wenn man sich hoch quälen muss.
Zuerst mussten wir die ersten 300 Meter kraxeln und den Wanderweg suchen, da dieser Teil seit der Flut im Juni gänzlich zerstört ist. Auf dem Bild könnt ihr sehen, mit welcher Wucht das Wasser die großen Steine und Bäume den Berg herunter gespült hat.
Irgendwo unter uns war der richtige Wanderweg.
Happy Hiker
Nachdem wir die Steinlawine überwunden hatten, ging es durch den Wald die meiste Zeit nur bergauf. Wir brauchten 2 Stunden, bis wir den See erreichten (wir hatten ein paar Verschnaufpausen eingelegt - natürlich wegen mir). Eine Zeitlang habe ich Harry als "Zugpferd" benutzt....oder war er der Esel?



Und hier kommen die Fotos aus der Umgebung des Sees. Chester Lake liegt auf 2220 Meter Höhe. 


Ganz oben auf der Höhe des Sees trafen wir auf Schnee. 

Imposante Felswand! Auf dem Foto kann man es nicht so richtig darstellen. Der rote Punkt da unten ist eine Person.
Er konnte nicht still sitzen, habe ihn trotzdem erwischt.

Die "Larches" (Lärche) sind Nadelbäume, aber mit sehr weichen Nadeln. Sie verfärben sich im Herbst gelb und verwandeln die Landschaft in den Bergen
 



Viele Lärchen sind noch grün

Regentropfen


Das sind wir :)

Das Beste am bergauf laufen ist, dass es auch irgendwann bergab geht. Nachdem der Wind am See heftiger wurde, entschieden wir uns für den Abstieg. Für mich ist der Abstieg immer einfacher und ich komme so richtig in Schwung und nicht mehr aus der Puste.

Auf unserem Abstieg zeigte sich ab und zu die Sonne, aber sie verschwand nach nur ein paar Sekunden. Nach nur 1 Stunde waren wir an unserem Auto. Der kalte Wind um die Nase und gefühlte NULL Grad zeigten uns deutlich: Es wird bald Winter in den Bergen.

Auf Wiedersehen Sommer....Willkommen Herbst!