Mittwoch, 7. August 2013

Saskatchewan Kurz-Besuch

Als wir die Zusage zu einer Hochzeitseinladung von Harry's Kollegen gaben, war uns noch nicht bewusst, dass es an dem langen Wochenende im August stattfindet. Wir waren nur etwas überrascht, dass die Hochzeitsfeier an einem Sonntag stattfinden wird.

Also haben wir uns den Samstag, Sonntag und Montag frei genommen. Harry's Kollege wohnt in Saskatchewan (etwa 5,5 Stunden Fahrt von uns).

Samstag

Die Anfahrt machten wir am Samstag. Wie ihr wisst, ist die Fahrt durch Saskatchewan auf dem Highway 1 ziemlich laaaaaangweilig. Wir wollten unterwegs noch einige Stopps machen, aber das Wetter wollte nicht so mitspielen. Aus diesem Grund gibt es auch nicht soviele Bilder.

Schlecht-Wetter-Wolken
 

Canola (Raps) Felder unter Gut-Wetter-Wolken

Viele Tümpel entlang der Highways

Dieser Bauer ist fertig für den Winter
Übernachtet haben wir in Saskatoon, in einem Motel, das mit $95 plus tax das günstigste Hotel der Stadt war. Alle anderen erschwinglichen billigen Kettenhotels kosteten zwischen $140-$160. Ich finde es eine Abzocke, weil an dem Wochenende in Saskatoon nichts los war. Es war eben August-Long-Weekend (langes Wochenende mit Montag frei).

Na ja, "Augen zu und durch", oder eher gesagt "Nase zu und durch". Schon beim Eingang in die Lobby/Rezeption wurde man von einem penetranten und kalten Zigarettengestank umgehauen. Auf einem Schild an der Wand stand "Danke fürs nicht Rauchen". Ja,ja. 
Auf der Theke wo man eincheckt, lag eine dicke Staubschicht. Ich hoffte innerlich, dass die Zimmer einigermaßen in Ordnung waren. Und oh Gott sei Dank, wir bekamen ein Nicht-Raucher-Zimmer und es war in Ordnung, das Bett sauber....nur das einzige störende: Aus der Deckenlüftung im Bad kroch der ganze Zigarettenrauch aus den anderen Raucher-Zimmern durch.

Damit wir nicht umsonst in Saskatoon waren, gingen wir am gleichen Samstag Abend noch ins Value Village, einem riesengroßen Second-Hand-Laden gefüllt mit gebrauchter Kleidung und Ramsch. Ihr glaubt nicht, welche Schätze an Klamotten man hier noch finden kann.

Ich hatte in den letzten Monaten vergebens versucht, auf meinen Hintern passende Jeans zu finden, die sowohl in der Hüfte perfekt passten als auch lang genug waren.

Bei Value Village habe ich gleich 3 gefunden und sofort gekauft. Für Harald haben wir noch 6 T-Shirts für die Arbeit gekauft. Die wird er ein paar mal anziehen und dann wegwerfen. Für den Preis von $3.99 - $5.99 kann man nichts falsch machen und es tut nicht so weh, wenn sie schnell kaputt gehen.

Insgesamt haben wir für 3 Jeans, 6 T-Shirts und einem Häckeljäckchen für mich $65 ausgegeben.



Sonntag 

Die Hochzeitsfeier war für 3 Uhr Nachmittags angesetzt. Also hatten wir noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Frühstück im Denny's Restaurant. Diese Entscheidung sollte sich später als die beste Entscheidung des Tages herausstellen.

Nach dem Frühstück fuhren wir einen kleinen Umweg und stoppten in Outlook, wo es die längste  Fußgängerbrücke Kanadas gibt.

Die "Skytrail" war eine Zugbrücke und ist 3000 feet (914 Meter) lang und man läuft 150 feet (45 Meter) über dem Fluss.

Aus der Ferne habe ich nur ein Bild von einem älteren Beitrag von uns geklaut.


Aber wir sind darauf gelaufen. Und mehr Bilder gibt es hier auf der Seite von Outlook.




Aussicht von der Brücke nach rechts

Aussicht von der Brücke nach links.

Sonntag Nachmittag

Auf zur Hochzeit. Das Örtchen in Saskatchewan, wohin wir mussten, befand sich irgendwo in der Prärie jeweils 50 km von jedem Highway. Ich habe es daheim in Google eingegeben und mit Stand 2011 lebten hier 181 Personen. Es ist ein Städtchen, in dem die Zeit stillgestanden ist.

Die Hauptstraße ist sehr breit und enthält die wichtigsten Gebäude
Auch eine Tankstelle

Und den Gemeindesaal, wo später die Feier stattfinden wird

Die Gehwege erinnern mich an die Zeit daheim in Siebenbürgen.

Bei einem Abendspaziergang fanden ir dieses alte Fahrzeug. Es wird bis in alle Ewigkeit vor sich hinrosten, denn es hat keinen Eigentümer mehr.
So, und nun zur Hochzeit.
In der Einladung stand "Zieht an was ihr möchtet, wie ihr euch am besten wohlfühlt".
Tja, das war unsere erste kanadische Hochzeit und wir hatten keine Ahnung wie alles vor sich ging. Was zieht man nun wirklich an?
Die Trauung würde in einem Park stattfinden, also waren auch keine Stöckelschuhe erlaubt.
Wir beide zogen an, was wir im Kleiderschrank hatten. Ich griff auf mein blaues Minikleid und Balerinas zurück.
Bei der Ankunft merkten wir, dass wir nicht overdressed waren, weil es noch andere gab, die in Anzug kamen und andere Gäste kamen in Shorts und Flip Flops. Es war eine Mischung aus aller möglichen Kleidung.

Wir haben uns in diesen Klamotten wohl gefühlt


Ich fand der Trauzeuge war etwas unpassend angezogen.

Das Brautauto hatte Klasse


Im Großen und Ganzen war es eine eher unformelle und unspektakuläre Hochzeit. Sogar die Esstische waren wie für ein Picknick gedeckt und wir tranken aus Plastikbechern.


Die Entscheidung viel und deftig zu frühstücken war perfekt, denn es gab erst um 6 Uhr Abends das Hochzeitsessen.Vorher nichts zum Knabbern oder zum Naschen. Nix. Unsere Mägen knurrten und wir waren am Verhungern.

Das Essen kam von einem Caterer und es hat gut geschmeckt. Wir haben uns gut mit anderen Kollegen von Harry unterhalten und es war lustig. Es hat Spaß gemacht und wir hielten es bis Mitternacht aus. Dann ging es ins Hotelzimmer (nur die Straße runter).
Der Montag verlief auch unspektakulär, weil wir diesen nur genutzt haben, nach Hause zu fahren. Es goß in Strömen und an diesem Tag haben wir keine Bilder gemacht.

Zuletzt noch ein kleines Rätsel an unsere Landsleute aus Siebenbürgen. Was ist das? Wer erkennt die Blätter? Was wächst hier? Wir Siebenbürger sind uns alle einig:  "Das Geklaute schmeckt am Besten!"