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Montag, 3. Oktober 2016

Herbstliche Grüße - Teil 2

Wir sind bereits im Oktober und genießen herrliche Sonnenaufgänge. Die Temperaturen sind noch in den Plusgraden und die meiste Zeit ist es sonnig. Was will man mehr?


So, aber hier kommt noch Teil 2, also der zweite Sonntag im September zwischen den Lärchen.

An diesem Sonntag, also am 25.September wagte ich mich nochmal ins Larch Valley hoch. Wir waren bereits im September 2014 bei strahlendem Himmel dort oben und >>>HIER<<< könnt ihr die Fotos von damals bewundern...

Dieses Jahr war ich echt geschockt über den Parkplatzzustand am Moraine Lake. Aufgrund des Massenandrangs der Touristen war schon um 7.30 Uhr in der Früh der obere Parkplatz voll und man hatte unten eine Sperre aufgestellt und nur ein paar Autos hochfahren lassen, damit man nicht im Stau steht.

Aber ich wusste von diesem "Ausnahmezustand" und wir haben gleich am overflow Parkplatz (etwa 5.5km vor Lake Louise) geparkt und haben den kostenlosen Shuttle zum Moraine Lake genommen. Sehr bequem und ohne Wartezeit und das Beste: gleich durch die Sperre....vorbei an den anstehenden hunderten von Autos, die auch zum Moraine Lake wollten. "Die werden sich wundern, wie schwierig es ist, dort oben einen Parkplatz zu finden."

Am Anfang des Trails war ein Schild aufgestellt, dass man nur in Gruppen mit mindestens vier Leuten wandern darf. (Ich hatte über das Internet wieder zwei weitere Personen für unsere Wanderung gefunden - Gesetz ist Gesetz!)


Der Aufstieg erwies sich aber nicht als gefährlich, denn man trat sich regelrecht auf die Füße. Massen an Massen von Leuten waren auf diesem Wanderweg unterwegs.



Dieses Jahr konnte sich auf dieser Wanderung die Sonne nicht so richtig durch die dicken, schwer hängenden Wolken kämpfen. Trotzdem hatten wir auf knappen 2400m Höhe viel um uns herum zu bestaunen. Tolle Aussichten auf ein paar der höchsten Gipfel der Rocky Mountains, Gletscher und natürlich die vielen Lärchenbäume. Und hier die Bilder.....

Während des Aufstiegs

Moraine Lake während des Aufstiegs


Die fehlende Sonne, die umliegenden kalten Gletscher und der Schnee am Boden machten die Luft kühl. Aber wir waren ja passend gekleidet.


Wenn die Sonne nicht scheint, kommt das Gelb der Lärchen nicht richtig zum Vorschein.

Ganz oben kam dann endlich während unserer Vesperpause kurz die Sonne raus und wir konnten für kurze Zeit den blauen Himmel sehen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, dort oben zu stehen. Mit der Kamera kann man nicht das einfangen, was man mit den eigenen Augen sieht.... Ich war wie immer überwältigt von der Schönheit der Rocky Mountains.


Mit diesem Bild senden wir euch allen 
Herbstliche Grüße von Harry und Ute



Dienstag, 27. September 2016

Herbstliche Grüße - Teil 1

Die letzten beiden Sonntage hatten wir wieder mal gemeinsame Zeit. Es waren die beiden Wochenenden im September, in denen sich in den Bergen die Farben der Natur verändern. Am ersten Sonntag waren wir in den Sunshine Meadows. Dort waren wir bis jetzt immer nur im Sommer und ich dachte, es wäre an der Zeit, den Herbst dort zu wandern.

Das Wetter war nicht besonders gut und während der gesamten 5 Stunden der Wanderung tanzten Schneeflocken um uns herum. Der Wind brachte eiskalte Luft und es fühlte sich nach 0 Grad an....Es war ja auch auf 2.300m Höhe in den Rocky Mountains....das Wetter ist unvorhersehbar....aber ab und zu zeigte sich die Sonne. Schneeflocken waren mir lieber als Regen, denn so wurde meine Kameralinse nicht nass.


Und hier kommen die Bilder ohne viel zu sagen. Ihr werdet merken, ich habe bei ein paar der Fotos auch mit HDR-Software gearbeitet. Viel Spaß..

Die Lärchen waren noch nicht ganz gelb, sondern im Vorstadium hellgrün...

Selfie-Zeit

Tolle Weitblicke und überall die Gelbfärbung.

Rock Isle Lake



Gegen Nachmittag warf die Sonne ihre Schatten und tauchte alles in ein tolles Licht.
Larix Lake

Larix Lake

Rock Isle Lake aus einer anderen Perspektive bei der Rückkehr. Die Wolken waren für wenige Minuten nicht mehr so grau und dunkel. 

Aber nur wenige Minuten später erreichten uns sehr dicke Wolken und ein starker Schneesturm...Im Schnellschritt beendeten wir den 8-km-Rundweg und wir erreichten pünktlich den Shuttle, der uns wieder ins Tal brachte.

Dienstag, 29. Dezember 2015

Icefields Parkway im Winter (Teil 2 von 2)

Weiter geht es mit Teil 2 unserer Weihnachtsreise. >>> HIER <<< könnt ihr den 1. Teil lesen.

Die Maligne Lake Road fängt in Jasper an, windet sich 46 Kilometer durch die Landschaft der Rocky Mountains und endet am Maligne Lake. Maligne Lake ist mit 22km Länge und einer durchschnittlichen Breite von 1km der größte See der kanadischen Rockies.

Auf der Fahrt dorthin haben wir unzählige Male angehalten, um Fotos zu machen. Meistens fährt man neben dem Maligne River, der immer noch nicht ganz zugefroren ist.





An die Kanada-Urlauber:
Wusstet ihr, dass der Medicine Lake eigentlich kein See, sondern eine Anstauung des  Maligne Rivers ist? Im Frühjahr fließt mehr Schmelzwasser von den Bergen den Fluss hinunter und es staut sich an dieser Stelle an. Es bildet sich ein See. Wenn man aber im Herbst kommt, um ein Foto vom See zu machen, wird man staunen, dass der See "leer" ist.

Es ist eine geologische Besonderheit, denn das wenige Wasser, was im Herbst den Fluss hinunter fließt sickert wie durch einen Badewannenabfluss in das darunterliegende Höhlensystem. Der See "verschwindet". Das Wasser taucht erst im 17 km entfernten Maligne Canyon wieder auf.

Medicine Lake

Bei Kilometer 41 sieht man im Fluss einen großen Felsen. Das ist „Rosemary’s Rock“ und wurde im Film „Fluss ohne Wiederkehr“ von 1954 mit Marilyn Monroe berühmt.



Am Maligne Lake war der Parkplatz, der im Sommer restlos überfüllt ist, jetzt im Dezember komplett leer. Unser kleiner Frosch war das einzige Auto und wir die Einzigen am See.


Maligne Lake
Nachdem wir das obere Foto geschossen hatten, machten wir uns auch wieder auf den Rückweg. Die Zeit war gegen uns und die Sonne geht im Winter ziemlich früh unter. Wir hatten ja noch was anderes vor.

Heute stand auch der Maligne Canyon auf dem Plan. Im Winter kann man für $65 pro Person in Jasper einen "Maligne Canyon Ice Walk" buchen. Dazu wird man zum Canyon gefahren und mit einem Guide läuft man auf dem Boden des Canyons. $130 für uns beide war ein gepfefferter Preis, also entschieden wir "Was die Guides können, können wir auch selbst machen".

Dass unsere Entscheidung genau richtig war, erfahrt ihr weiter unten....
Wir parkten an der "5th Bridge", gingen über die Brücke und nahmen den rechten Trail entlang des Canyons. Nach etwa 10 Minuten fanden wir bei einem noch nicht zugefrorenen Wasserfall, "Bridal Falls" den Einstieg in den Canyon.


Vom Wasserfall verlief ein Pfad, der schon von zig Menschen fest getreten war. Wir dachten uns "Wenn wir genau diesem Pfad folgen, kann ja nichts schief gehen".

Hohe Canyonwände

Tolle Eisformationen
Man muss auf dem Pfad über Steine und auf dem Eis des Maligne Rivers laufen. An manchen Stellen war das Eis offen und man konnte das Wasser fließen sehen.



Dann muss man noch über einen halb gefrorenen kleinen Wasserfall laufen. Spikes an den Schuhen sind im Canyon unbedingt zu empfehlen, wenn nicht zwingend notwendig. Ohne diese landet man schnell irgendwo, wo man nicht will.

Ohne Spikes wären wir hier nicht rüber gekommen.

Rote Backen von der Kälte

An dieser Stelle am "The Curtain" endete der Trail an einer tiefen offenen Pfütze. An den losen Eisschollen konnte man erkennen, dass eine Überquerung nicht ratsam und vielleicht sogar lebensgefährlich war.
"The Curtain"

Aber auf der anderen Seite der Pfütze konnten wir den Pfad im Schnee sehen, also "wie sind die Anderen wohl auf die andere Seite gelangt?". Harry ging auf Erkundungsreise. Er fand Fußspuren im Schnee, die den Hang hinauf führten. Wir folgten den Fußspuren, kraxelten den Hang hoch, umgingen also diesen Wasserfall von oben und fanden wenige Meter weiter den zweiten Zugang in den Canyon zurück. Juhuuuu. Wir waren auf der anderen Seite der Pfütze. Es ging also weiter durch den Canyon...

"The Curtain"

Man kann sich kaum vorstellen, dass im Sommer an dieser Stelle das tosende Wasser durch fließt.
"The Queen", ein Lieblingsplatz für Eiskletterer.
Es war ziemlich dunkel im Canyon, deshalb die schlecht beleuchteten Fotos.
"The Queen"

"The Boot"
Wir kletterten auch auf dem Eis herum, blieben aber immer noch auf dem Pfad....

Huiiiii... ein gruseliges offenes Loch abseits des Pfades.

Wir waren seit etwa einer Stunde im Canyon und es war so kalt, dass meine Kamerafunktionen eingeschränkt wurden. Plötzlich funktionierte der Zoom nicht mehr, und die Auslösezeit verlängerte sich. Dadurch entstanden nur noch verwackelte Bilder... So schade, ich könnte noch soviele Fotos machen. Aber es war ok, denn wir waren auch am Ende angekommen. Hinter "The Boot" ging es in eine dunkle gruselige Ecke des Canyons, wo ich mir dann ziemlich unsicher war. Wir machten kehrt.

Vom Gefühl her beträgt der Abstand zwischen den "Bridal Falls", also dem Einstieg in den Canyon bis zu "The Boot", wo wir umgekehrt sind, keine 300 Meter.

Da hinten war der Canyon zu dunkel und unsicher zum Weitergehen.
Der hohe Wasserfall "The Queen" befindet sich nur wenige Meter unter der "4th Bridge". 
Unser Parkplatz war bei "5th Bridge"
Der Zugang zum Canyon sollte etwa zwischen "4th Bridge" und "5th Bridge" sein, eher nahe an der "4th Bridge".
Man kann ihn nicht verpassen.

Nachdem wir bei "4th Bridge" aus dem Canyon krabbelten und uns auf dem normalen Touristentrail auf den Rückweg machten, sahen wir von oben die $130-Tour mit ihrem Guide im Canyon. Und soll ich euch was sagen??? Der Tourguide beendete die Tour am "Curtain" also vor der tiefen Pfütze. Er ging nicht weiter und alle anderen mussten mit dem Guide umkehren. Sie haben nicht "The Queen" und auch nicht "The Boot" zu Gesicht bekommen. Diese beiden waren eigentlich die schönsten Wasserfälle im Canyon. Klar, ich verstehe, dass der Guide auf die Sicherheit der Touristen achten muss. Aber sorry, wenn ich als Tourist wüsste, dass es weiter im Canyon noch schönere Plätze gibt, würde ich gleich mein Geld zurück verlangen.

Gut, dass wir diesen Ice Walk auf eigene Faust unternommen haben, denn wir hatten doppelten Spaß und das ganz kostenlos... Falls jemand diese Tour selbst unternehmen möchte, muss man sich im Klaren sein, dass man sich in Gefahr begibt, wenn man vom Pfad weg wandert. Wir haben es auch nur gemacht, weil wir dem fest getrampelten Pfad gut folgen konnten. Wenn es neu schneit, und der Pfad mit Schnee bedeckt ist, ist eine Tour auf eigene Faust NICHT empfehlenswert.

Die Tour war beendet und die unwissenden Touristen machen kehrt.
Alles in Allem war es ein tolles Weihnachtsgeschenk mit zwei tollen Tagen im Winterwunderland.

Montag, 7. Dezember 2015

Nikolaus-Wandertag

Dieses Jahr war wieder der Zufall, dass der Nikolaus auf einen Sonntag fiel. Obwohl Sonntag war, blieben meine Stiefel leer, denn Harry war dieses Wochenende nicht zu Hause, sondern auf USA-Tour irgendwo in der Nähe von San Francisco. Ich war darüber nicht traurig, denn der Nikolaus kam bei uns ein paar Tage früher.  

Vielen Dank
an G., die uns diese vielen Leckereien  nach Kanada geschickt hatte.






Ein paar Tage vor Sonntag dachte ich mir.... Pff, tolles Wetter und ich habe Lust zu wandern, aber alleine durch den Wald laufen? Nö. Ich hatte dann in ein paar Facebook-Gruppen einen Aufruf gemacht, dass ich nach Banff fahren würde und noch Platz im Auto frei sei. Bis Sonntag hatte ich dann noch drei weitere Mitwanderer.

Auf den Sonntag genau vor einem Jahr war ich im Johnston Canyon, auch mit Fremden. Komisch, oder? Wo war Harry an dem Tag vor einem Jahr? Wahrscheinlich auch unterwegs...
In diesem Bericht werde ich nicht viel unterschiedliche Bilder zeigen, wie vor einem Jahr. Die Bilder vom letzten Jahr könnt ihr HIER finden. Hm, letztes Jahr muss es wohl kälter gewesen sein, denn ich trug Mütze und Skihose. Ebenso sind ein paar Winterbilder vom Johnston Canyon HIER zu finden.

An diesem Sonntag hatten wir Plusgrade, ich glaube so um die +2, also hat nur eine Jeans gereicht. Man brauchte keine Mütze oder Handschuhe. El Niño lässt grüßen, denn es heißt, es soll dieses Jahr in Kanada keine so harte Winter geben...Das glaube ich nur wenn ich es sehe, denn die kältesten Monate sind der Januar und Februar... also, warten wir mal ab. Wollt ihr sehen, wie das Wetter vor zwei Jahren, also am 6. Dezember 2013, war?

 Also, hier dann zu den Bildern von diesem Jahr. Es war wunderschön.
Die Natur ist ein Künstler. Im Fluss, wo es noch nicht zugefroren ist, hängen viele solcher "Ohrringe"




 

Viele tolle Aussichten während der Wanderung.
Lower Falls



Eiskletterer sind mutig.

Upper Falls mit Person wegen den Proportionen.

Nachdem wir die beiden gefrorenen Wasserfälle und die Umgebung des Winterwunderlandes bewundert hatten, hatten wir noch einen Plan, den wir zuvor noch nie versucht hatten, denn überall steht, man soll auf dem Wanderweg bleiben. Vom Wanderweg ging ein kleiner kurzer Trampelpfad durch den Wald und zum Fluss hinunter. Am Ende noch kurz eisige und rutschige Steine nach unten klettern, und da waren wir.

Nicht ganz ungefährlich!
Der schief liegende Felsen war erstaunlich und riesig..... Auch wieder mit Person im Bild, da man nur so die Größe zur Geltung bringen kann. Am oberen Rand des Bildes seht ihr den Rand einer Höhle, in die ich für das Foto geklettert bin. Wenn man zu nah am Felsen ist, passt er gar nicht ganz ins Bild...
Der Wasserfall auf der linken Seite vom Felsen. Mit Spikes kann einigermaßen gut drauf klettern, wenn man vorsichtig ist. Mit den bloßen Schuhen fliegt man hin. Es ist ja pures Eis.
und hinter den Wasserfall geklettert.
Zurück auf dem Parkplatz gab es dann heißen Kakao zum aufwärmen. Auf dem Heimweg über den Bow Valley Parkway fanden wir dann diese süße Familie im Busch.

Es war so süß, wie sich das Kleine immer hinter Mama versteckte. Ich konnte es nicht mit der Kamera erwischen.

"Ich glaub mich knutscht ein Elch!" Nein, nein, wir waren weit genug weg, und störten die Elchkuh nicht. In solchen Fällen bin ich meinem guten Zoom immer dankbar.

In diesem Sinne, senden wir tierische Grüße aus Kanada.