Montag, 22. November 2021

Ade! Ciao! Goodbye

Ihr habt uns sicherlich vermisst? Ja, uns geht es gut. Aber wir möchten nun unser Leben privat weiterführen. Nach 10 Jahren Kanada wird nun dieser Blog nicht mehr weitergeführt. 

Alles Gute unseren Lesern. 


 

Sonntag, 26. Juli 2020

Halbjahres-Update

Daheim im Garten


Der Frühling im neuen Garten war sehr aufregend. Es heißt ja, wenn man ein Haus gekauft hat, soll man nichts säen, um zu sehen, welche Überraschungen im Garten wachsen.

Um das Haus haben wir jede Menge Beete und wir warteten. Das Erste, was Leben zeigte, war der Rhabarber am 24.April. Eine Pflanze, die uns die nächsten Wochen die Sprache verschlagen wird. Innerhalb von nicht mal 4 Wochen war der Rhabarber erntebereit und es gab Stängel so dick wie meine Unterarme. Der erste Rhabarberkuchen wurde gebacken.

Nach jeder Ernte wuchsen wieder neue Stängel nach. Jede Woche konnte man ein paar Mal ernten. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. 


Puh, dann Anfang Juli, nach 10 Ernten (4 Kuchen und ein paar Gläsern Erdbeer-Rhabarber-Marmelade) hatten wir genug vom Rhabarber. Etwas haben wir für den Winter eingefroren... Es ist Ende Juli und er wächst immer noch wie verrückt nach.

An unserem Seitenbeet  am Eingang zum Garten gab es im Frühling erste Anzeichen einer Blumenart und es waren ganz, ganz viele Maiglöckchen...und ein paar Narzissen.



Vom Gemüsegarten wollten wir uns nicht überraschen lassen, den hatten wir im Frühling umgegraben, um unsere Gartenfähigkeit zu testen. Wir sind Beide schon über 40 und das wäre nun unser erster Garteneinsatz. Unsere Lieblings Salatzutaten wurden etwa Mitte Mai gesät. Radieschen, grünen Zwiebel, Salat.... Aufgrund der langen Winter in Calgary kann man mit dem Säen sehr spät beginnen.

Es tat sich was, die ersten Radieschen am 28. Mai.


Jetzt nur noch etwas länger Geduldig sein, bis man sie zupfen kann....Am 25.Juni hatten wir dann unseren ersten selbst gezüchteten grünen gemischten Salat. Ach, so herrlich kann selbst Gezüchtetes schmecken....


Die Sonnenblumen ragen auch hoch in den Himmel.


Ansonsten liebt Harry sein neues Hobby: Das Gärtnern....



Wir lieben unsere schattige Terrasse, auf der wir gemeinsam sitzen können.


Unterwegs in den Rocky Mountains


In der Zwischenzeit (von Mai bis Juli) waren wir etliche Male in den Bergen. Von den vielen Hundert Bildern hier ein paar.





Aufgrund von Covid19-Einschränkungen hatten wir dieses Jahr eigentlich entschieden, Ella und Wally, unsere Campervans nicht anzumelden, weil die internationalen Buchungen alle storniert wurden. Es kamen dann aber doch Anfragen von Kanadiern und wir haben nur Ella ab Juli zugelassen und vorbereitet. Eine Testfahrt nach Jasper war phenomänal. Ella präsentierte sich im besten Licht....




Bären gab es auch.... sowas Niedliches habe ich schon lange nicht mehr vor die Linse bekommen.





 Letzte Woche dann, waren wir zum ersten Mal wandern. Kurz wandern ;)

Wenn man in Deutschland 500km quer durchs Land fährt, um Familie zu besuchen, plant man dafür ein ganzes Wochenende. In Kanada sind 500km gerade mal "um die Ecke" und immer einen Tagestrip Wert.
Ein kurzer Stopp in Banff mit Blick vom Hoodoo Trail, dann Wandern am Lake Louise zum Fairview Lookout (mal ein anderer Blickwinkel auf Lake Louise). Es war sogar noch Zeit, und schafften es kurz zum Moraine Lake hoch.

Zum Abschluss dann ein paar schnelle Bratwürste am Two Jack Lake auf den Grill geworfen...
Hier die Bilder dazu.




Fairview Lookout (ein steiler aber kurzer 1.8km langer Weg nach oben)




Die neugierige Möwe wollte uns was wegschnappen.



Und Beiden geht es gut, Job und Freizeit stehen im Einklang.
Bleibt alle weiterhin gesund! 

Sonntag, 3. Mai 2020

Alles wird gut!

Der Präriekrokus, die erste Blume, die den Frühling in den Rocky Mountains einleitet. In früheren Jahren blühte er bereits im März und Anfang April…langsam verlor ich die Hoffnung, dass er dieses Jahr überhaupt zum Vorschein kommt.

Dieses Jahr war er wirklich etwas spät dran und mehrmals pro Woche gingen wir auf die Suche nach diesem ersten Lebenszeichen der Natur. Und dann war er plötzlich da. Sein putziger, schützender, pelziger Mantel und die Sonne im Herzen machten mir wieder Mut und zauberten ein Lächeln in mein Gesicht. 




Besonders in diesen unsicheren Zeiten 
empfinde ich diese wilde Blume als wahres Zeichen, 
dass mit Geduld Alles wieder gut wird 
und wir die schlimmsten Witterungen überstehen werden.

Sonntag, 29. März 2020

Jasper spontan!

Ai,ai,ai. Ende März und die Welt ist im Chaos. Was so alles in ein paar Wochen passieren kann. Auf dieses Thema gehe ich nicht ein, denn Jeder kann sich über das Internet selbst ein Bild von der Situation machen. Uns Beiden geht es gut und das ist die Hauptsache. Harry ist in seinem Beruf sehr beschäftigt, weil er für eine Firma fährt, die Lebensmittel liefert. Sein Job ist also noch sehr sicher.

Warum ich einen neuen Beitrag schreibe? Auch wenn es Ende März ist, hat uns der Winter in den Rocky Mountains immer noch voll im Griff. Deshalb gibt es ein letztes Mal einen Winterbericht mit Winterfotos für euch zum Bestaunen. Alle Bilder in diesem Beitrag sind nicht bearbeitet, sondern so übertragen, wie sie auf der Kamera waren. Außer das Handy-Selfie am Schluss ;). 

Mittlerweile habe ich einige Beiträge von unseren Jasper-Trips erstellt, und auch dieses Mal wird es wieder.... na was.... Jasper. Ich kann nie genug kriegen.

Im Dezember genau zur Weihnachtszeit hatten wir wieder sehr spontan entschieden, wir wollen wieder Abenteuer, anstatt alleine zu Hause zu feiern. Das Hotel hatten wir in Valemount gebucht, weil Jasper zur Weihnachtszeit unbezahlbar war. Man zahlt in Jasper das Doppelte. 

Am 24. Dezember Früh morgens vor Sonnenaufgang ging es los. Bei einem Pflichttankstopp dann diese atemberaubende Aussicht. Die Sonne bannte ihren Weg in das Tal und der Tag versprach blauen Himmel.


Am Tag vor unserer Reise gab es noch einen dicken Schneesturm auf dem Icefields Parkway und dieser war noch bis zum Abend davor sogar noch gesperrt. Wir trauten uns trotzdem drauf und haben es nicht bereut.



 
Die Straßen waren mit Schnee und Eis bedeckt, aber gut geräumt. Nichts Ungewöhnliches im Winter und nichts, was man mit guten Winterreifen nicht meistern kann.

Was tut man nicht alles für ein Foto? Mit Schneehosen geht alles... :)

Weit und Breit nichts los, sogar die Waldbewohner ließen sich gemütlich Zeit und sich nicht stören.

Schnee gibt es genug!
Vor den Straßenverhältnissen sollte man im Winter großen Respekt haben. Keiner ist sicher. Nicht mal das Streufahrzeug.
Die Zufahrt zu den Sunwapta Falls war nicht möglich. Der Schnee war tiefer als die Reifen. Die Priorität des Schneeräumens lag auf den Hauptstrecken.... Nicht schlimm, diese Falls hatten wir im Winter schon öfters gesehen.
Der Zugang zu den Athabasca Falls war aber mit Vorsicht möglich.


In Jasper haben wir noch etwa 1 Stunde Tageslicht erwischt, damit Harry auf dem Pyramid Lake noch ein paar Runden auf der riesigen Eislauffläche drehen konnte. Die Bahn war zwar schmal aber sehr lange auf den See hinaus und ein Rundlauf. 

Am nächsten Morgen, am 25. Dezember..... nach einem gemütlichen Frühstück fast ganz alleine im Hotel, gab es die spontane Entscheidung, in den Wells Gray Park zu fahren. Dort waren wir im Winter noch nie und ich freute mich wie Bolle auf was Neues! Von Valemount nach Clearwater waren es nur knappe 200km und 2 Stunden Fahrt, wenn die Straßen geräumt sind. Das waren sie.

Gleich in Clearwater angekommen unternahmen wir die erste Wasserfall-Wanderung.
Ein Wasserfall, im Wells Gray Park, den fast keiner kennt, weil er nicht ausgeschildert ist. Triple Decker Falls, ca. 60m hoch und ein Dreistufen Wasserfall. 
Im Winter nur mit Spikes zu belaufen, weil es sehr steil nach unten geht. 
Oben am Beginn des Trails hängen Wanderstöcke, die man mit nach unten nehmen kann und wieder dort lässt, wenn man fertig ist. Der Wanderweg ist nur 800m lang, aber steil nach unten. 
Beschreibung zum Finden: Vom Kreisel in Clearwater genau 3.8km Richtung Park fahren. Rechts kommt die Greer Road, dann nach 500m kommen rechts und links an der Straße Betonmarkierungen. Genau am Ende dieser Betonmarkierungen auf linker Seite ist ein kleiner Pull out, mit einem hässlichen ausgebleichtem Schild „Woodlot 301“. Der Wanderweg beginnt am südlichen Ende dieses Pull Outs. Nach etwa 500m den Berg runter kommt ein Wegweiser an einem Baum. Nach links abbiegen und weiter nach unten laufen. Direkt auf den Wasserfall zu.
Die Höhe und Dimension kann man auf einem Foto nicht richtig festhalten. Die "Wanderung" hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Dann ging es weiter in den Park zu den restlichen Wasserfällen. Diesen Eingang kennt jeder aus dem Sommerurlaub, aber nur Wenige kennen ihn so verschneit.

Die 90m breiten Dawson Falls hatten nicht viel weniger Wasser als im Sommer. Da war ich überrascht, wieviel Wasser noch runter kam.
Mit 141 Metern der viert höchste Wasserfall in Kanada. Wir hatten ihn für uns alleine. Das Wasser fällt so leicht wie auf Watte und es hörte sich auch so an.

Dann war es auch schon an der Zeit, die Rückfahrt ins Hotel in Valemount anzutreten, denn im Winter hält das Tageslicht nicht lange und es ist immer besser, auf eisigen Straßen bei Tageslicht zu fahren (wegen den Waldbewohnern, die ganz plötzlich auf die Straße springen können). Wir wissen nun, wenn wir diese Aktion nochmal starten, dann mit einer Übernachtung in Clearwater vor Ort, damit wir auch zu noch mehr Wasserfällen wandern können.

Heiligabend verbrachten wir in einem Restaurant in Valemount an einem typisch kanadischen Weihnachts-Buffet. Dazu hatten wir uns chic angezogen, aber wie sich herausstellte, gar nicht nötig. Die restlichen Restaurantbesucher waren ganz normal angezogen und manche sogar in Jogginghose und Flip Flops... Frechheit, nicht mal zu Weihnachten kann man sich etwas heraus putzen?

Am Morgen des 26.Dezember gab es für mich die beste Bescherung seitdem wir in Kanada sind. Wenn ich einen König persönlich gesehen hätte, bekäme ich Gänsehaut. Das ist mir an dem Tag passiert und zusätzlich hatte ich auch noch Tränen in den Augen.

Diesen Gipfel wolkenfrei zu sehen, ist wie ein sechster im Lotto. Dann aber noch im goldenen Schein der aufgehenden Sonne ist für mich der absolute Highlight der letzten 9 Jahre Kanada. Darf ich vorstellen, seine Majestät Mount Robson, mit 3954m der höchste Gipfel der kanadischen Rockies. Das Foto kann nicht darstellen, welche majestätischen Ausmaße dieser Berg hat.


Die gesamte Rückfahrt nach Hause nach Calgary bestand nur aus natürlichen Bescherungen unter blauem Himmel. Ich brauche keine materiellen Dinge, ich bin glücklich, wenn ich unsere kanadischen Rocky Mountains immer wieder bestaunen kann.






In diesem Sinne, wünschen wir allen Lesern 
Alles Gute und bleibt gesund. 
Bis bald. Euer Harry und Ute in Kanada.