Sonntag, 7. Februar 2010

Kanada ich bin da

Es ist 4 Uhr früh in Calgary. Ich kann nicht mehr schlafen, weil mein Körper immer noch nach der deutschen Zeit gerichtet ist. In Deutschland ist es nämlich 12 Uhr Mittags.

Ich lasse nun den letzten Tag Revue passieren.

Samstag:

Der Wecker klingelt um 5 Uhr früh. In einer Stunde waren wir fertig für die Abreise nach Frankfurt. Wir wollten früher dort sein, da man nie weiß wie die A3 bei Würzburg befahren ist und das Wetter mitspielt.

Aber wir haben Glück: Kein Stau und kein neuer Schnee. Bei 2 Grad und Tauwetter kommen wir in Frankfurt an.

Das Einchecken: Bei Air Canada gibt es eine neue Regelung: Man darf nur einen Koffer mitnehmen. Ein zweiter Koffer kostet 35 Euro und nun haltet euch fest: Der dritte Koffer kostet 150 Euro. Wenn man also drei Koffer mitnimmt, kostet es Einen insgesamt 185 Euro!!! Wenn man das auf 300 Passagiere umrechnet.... na, ich will das nicht wissen.... So kann man als Fluggesellschaft auch seine Zusatz-Kohle machen, oder?

Ich hatte zwei Koffer dabei, aber ich hatte den Vorteil, dass ich noch früh genug gebucht habe. Denn wer vor dem 23. Dezember gebucht hat, kann noch den zweiten Koffer kostenlos mitnehmen. Juhu!

Samstag:

Ankunft in Calgary ca. 15.30 Uhr nach 9,5 Stunden eines ziemlich ruhigen Fluges. Die Landung auf dem Calgary Flughafen war die beste, die ich bis jetzt in Kanada erlebt habe. Sie war sehr präzise und ohne jegliche Turbulenzen.

Gleich beim Aussteigen nachdem wir ein paar Schritte gegangen waren, begrüßt uns eine ältere Dame in einem Cowboy-Kostüm: "Howdy! Willkommen in Calgary" (sagte sie in Englisch)

Lustig! Egal wie mürrisch man war, man musste einfach grinsen. Ich habe auch höfflich gegrüßt und habe mich für die Wollkommensgrüße bedankt.

Die Zollabfertigung verlief ohne Probleme. Ich wurde nur gefragt, ob ich das Land vor dem 11. Dezember verlasse. Und ich sagte "ja", denn mein Visum läuft an diesem Datum aus.

Weiterhin wurde ich gefragt, wo ich wohnen werde und wo ich arbeiten werde. Ich sagte, ich hätte noch keine festen Pläne. Ich würde gerne im Herbst in den Osten gehen, da es dort auch schön sein soll. Dann sagte die Dame: "Gehen Sie nach Nova Scotia, denn dort ist es schön. Das ist meine Heimat". Das hätte ich von einer Zollbeamtin nicht erwartet: Sie wurde persönlich und gab Tipps...

Nachdem ich die Koffer abgeholt hatte, suchte ich die Autovermietung. Ich musste raus aus dem Flughafengebäude ins Freie und ein paar Schritte laufen. Jetzt erst bekamm ich die erste Luft von Calgary zu spüren. Sie war bitterkalt! brrrr!

Die Autos standen auch im Freien und waren frisch gewaschen, aber die Wasserperlen von der Wäsche waren gefroren. Es waren -10 Grad.

Der Sachbearbeiter der Autovermietung teilte mir den kleinsten Wagen zu. Ich war zufrieden, denn ich habe einen schönen weißen Nissan bekommen. Das Auto ist so klein, in dem Kofferraum hatte nur ein Koffer platz und der zweite Koffer füllte beide Rücksitzbänke aus.

Ich habe mir auch gleich ein Navigationssystem gemietet, denn ich kenne mich in der Stadt nicht besonders gut aus. Und außerdem kann ich nicht alleine fahren und gleichzeitig Karte lesen.

Los geht die Fahrt:

Die ersten paar Meter mit einer Automatikschaltung. Das kann ja lustig werden. hahaha! Bei jedem Anhalten suchte ich die Kupplung, und beim Fahren wollte ich immer in den nächsten Gang schalten. Seeeehr gewöhnungsbedürftig.


Mein erstes Problem:

Das Navi funktionierte nicht. Ich war schon aus dem Flughafengelände raus und noch immer wollte das Navi keinen Ton mit mir reden. Ich hielt an der ersten Ampel in Richtung Autobahn.

Welche Richtung soll ich nehmen? Rechts oder geradeaus? Rechts oder geradeaus? ....dann "ene mene miste...." Rechts oder geradeaus?

Die Ampel schaltete auf grün. Keine Meldung vom Navi! Ich fuhr einfach geradeaus. Aber ich fuhr langsam, da mir das Wetter nicht gefiel. Ich fuhr streckenweise auf purem Eis. Es gab nämlich zu den -10 Grad noch gefrierenden Nieselregen dazu. Ich dachte nur: Puh! Da musst du durch!

Was mich wunderte: Es gab manchmal Geschwindigkeitsbegrenzungen auf max. 60 km/h. Die Autos fuhren aber mit 80-90 an mir vorbei. Gut, dass die Autobahn zweispurig (und machmal dreispurig) ist. Sollen die mich doch überholen! Ich hab' Zeit.

Nach 10 Minuten Fahrt auf der Autobahn merkte ich, ich hatte mich verfahren!!! Woher sollte ich auch ohne Navi wissen, wo es lang geht? Ich fuhr also von der Autobahn ab und hielt an, um mich um das Navi zu kümmern.

Toll! Irgend ein Idiot hat das GPS ausgeschaltet. So kann das Navi ja nicht wissen, wo ich mich befinde. GPS eingeschaltet, die Systemeinstellungen auf Deutsch umgestellt und die Fahrt konnte weitergehen! So habe ich das Hotel auch endlich gefunden. Um 6 Uhr Abends wird es langsam dunkel und bei mir macht sich die Müdigkeit bemerkbar. Ich bin ja schließlich schon 25 Stunden unterwegs.

Heute wird nichts mehr gemacht. Ich will noch bei Denny's Restaurant etwas essen und dann ins Bett.

Bei Denny's bestelle ich mir zur Feier des Tages (weil ich alles so gut gemeistert habe) ein T-Bone Steak! Mhhhmmm! lecker. Nach dem Fraß im Flugzeug war das Steak der Himmel auf Erden.

So, nun sitze ich hier und schreibe an meinem Tagebuch. Die nächsten Tage habe ich viel vor. Das Wichtigste: Eine Wohnung suchen, dann erst einen Job.

Am Donnerstag habe ich mein erstes Vorstellungsgespräch. Ich werde berichten, wie es gelaufen ist.

Mein erster Tag:

Ich bin zufrieden!
Aber glücklich werde ich erst sein, wenn Harry bei mir sein wird.

Bis bald!