Mittwoch, 11. September 2013

Zacuscă - Ein typisch siebenbürgischer Brotaufstrich

Was macht man, wenn man die eigenen Gerichte aus dem Heimatland vermisst?
Man tut alles, um sie nachzukochen.

Nach einer total stressigen 50-Stunden-Arbeitswoche sollte man sich an einem Sonntag eigentlich erholen....

Neee, was macht die Ute? Stellt sich an einem Sonntag für 6 Stunden in die Küche, weil sie wieder so einen "Kochanfall" hat. Wenn die Ute sich was in den Kopf gesetzt hat, dann will sie das auch durchziehen!

Ich hatte schon länger vor, mich an dieses Mammut-Rezept zu wagen.

Ich vermisse dieses spezielle Gericht, das ich in Siebenbürgen und in Deutschland sehr gern gegessen habe. Dieses Gericht hat man im Herbst gekocht und man hatte den ganzen Winter über leckeren Brotaufstrich. Nur....es ist solch ein großer Aufwand, dieses herzustellen. Auf geht es, wer es nachkochen möchte, hier kommt das Rezept.

Zacuscă - Ein typisch siebenbürgischer Brotaufstrich 


Zutaten:
  • 3 kg Auberginen
  • 2 kg rote Paprika
  • 1 kg Zwiebeln
  • 1 Liter Tomatensosse (nicht die Paste)
  • 500 ml Pflanzenöl
  • 5-8 Lorbeerblätter
  • 1 Esslöffel Salz für den Anfang, danach evtl. mehr zum Abschmecken
  • 1 Teelöffel Pfeffer

= Total vegetarisch! 

 
Auberginen mit der Schale auf dem Grill von allen Seiten gut anbraten bis sie innen weich sind.
Kurz abkühlen lassen, dann die Haut entfernen. In ein Sieb legen, damit sie abtropfen. Je länger desto besser. Ich habe sie 45 Minuten tropfen lassen.


Die Abtropfflüssigkeit wegschütten, da sich hier die ganzen Bitterstoffe der Aubergine befinden. Nun schmecken die Auberginen nicht mehr so bitter.

Auberginen durch einen Fleischwolf drehen, oder mit einem Mixer zerkleinern.

Während der Abtropfzeit der Auberginen kann man die Zwiebeln schälen und durch einen Fleischwolf drehen, oder klein mixen. Achtung! Heulgefahr. 1 kg Zwiebeln zerkleinern brennt richtig in den Augen. Ich hab das Harry machen lassen ;)

Rote Paprika rundherum anbraten. Haut kann ruhig schwärzen, damit es einen richtigen Geschmack ergibt.
Nach dem Anbraten für 30 Minuten in eine Schüssel und mit Plastikfolie bedecken, damit sich die Schale durch den Dunst löst. Danach kann man die Schale nur noch abschaben. Es geht einfacher.
Rote Paprika von der Schale und den Kernen befreien. Nachdem ich die Schale entfernt hatte, habe ich kurz unter kaltem fliessendem Wasser die Kerne abgewaschen. Nur kurz, da sonst der gute Grill-Geschmack auch abgespült wird.
 
Rote Paprika auch durch den Fleischwolf, oder Mixer.

In einem hohen Topf das Öl auf mittlerer Hitze erhitzen und Zwiebeln darin anbraten bis sie glasig sind, oder bis das Öl an der Oberfläche schwimmt. Vorsicht, Zwiebel nicht braun werden lassen, ab und zu umrühren und im Auge behalten. Es hat bei mir bei der Menge etwa 30 Minuten gedauert.
Alle anderen Zutaten (Auberginen, Paprika, Tomatensosse, Salz, Pfeffer, Loorbeerblätter) in den Topf schütten und gut umrühren. Bei kleiner Hitze mit einem Deckel nur halb zugedeckt köcheln lassen.
Ab diesem Moment muss man den Topf im Auge behalten, da die Masse schnell anbrennen kann. Es ist eine dickbreiige Masse. Alle 10-15 Minuten muss umgerührt werden. Achtung, der Brei spuckt!

Da ich das Rezept zum ersten Mal probiert hatte, wußte ich nicht, wie lange es köcheln muss, oder wie das Endprodukt aussehen soll. Ich habe es 1,5 Stunden köcheln lassen, bis die Masse cremig geworden ist.

Man liest in anderen Rezepten, dass das Öl an der Oberfläche schwimmen muss, dann ist es fertig. Aber bei mir kam auch nach einer Stunde kein Öl hoch, aber die Masse war schön breiig. Fertig zum auf das Brot schmieren. Nicht vergessen kurz vor Ende noch mit Salz abzuschmecken.

Kurz vor Ende habe ich die Einmachgläser im Backofen bei 100 Grad erhitzt.

Die Zacuscă noch heiss in die Gläser gefüllt und gleich verschlossen. Nochmal 1 Stunde in den Backofen.

Die Zacuscă im Topf ergab genau 10 Gläser a 500ml.

Ich habe 6 Stunden für die Herstellung gebraucht. Wenn man Hilfe in der Küche hat, z.B. beim Schälen der Auberginen und Paprikas dauert es nicht so lange. 

In dem traditionellen Rezept steht drin, dass man die Gläser aus dem Backofen nimmt und in soviele Decken wie möglich warm einpackt, damit alles so langsam wie möglich abkühlt. Das soll dazu führen, dass die Zacuscă für bis zu einem Jahr haltbar gemacht wird. Ich weisss nicht, ob ich das richtig gemacht habe und habe Angst, dass die Zacuscă  nicht so lange hält.

Wer will, kann auch zu Konservierungsstoffen greifen. Ich habe es nicht gemacht, da ich nicht vorhabe, ein Jahr mit dem Verzehren zu warten. Ein Glas ist ja schon verputzt!

Nachher
Jeder hat seine eigenen Rezepte. 
Gerne bin ich für kostbare Tipps dankbar, die mir helfen, beim nächsten Mal das Rezept besser zu machen. 
Ich habe meine eigene Zacuscă probiert, und ich muss sagen, ich habe keine bessere gegessen. Auch nicht zu Hause. Sie ist mir perfekt gelungen.  Genau nach meinem Geschmack. 

Schmeckt auf weißem, frisch gebackenem Brot am besten.