Donnerstag, 15. Oktober 2015

Urlaub 2 von 3 (Unterwegs in den Rockies)

Heike war schon mal im Sommer 2014 in Kanada und durfte die Landschaft der Rocky Mountains höchstpersönlich erleben.

Da fällt mir ein, ich habe von unserer 3-wöchigen Rundreise in 2014 noch keinen Bericht geschrieben. Der Grund dafür war ein Absturz meines Laptops und der Verlust aller Daten und der knappen 2000 Bilder dieses speziellen Urlaubs. Ich war sehr traurig, dass ich die Fotos nicht mehr wiederherstellen konnte. Ein Alptraum für jeden Fotografen... 

Doch es geschehen noch Wunder. Beim Durchforsten meiner externen Festplatte nach privaten Dokumenten vor ein paar Tagen fiel mir dieser Ordner auf: Kanada Trip 2014. Beim Öffnen wäre ich fast von der Couch gesprungen. Ich hatte alle Fotos auf dieser externen Festplatte gesichert! Schlaues Mädchen! Wie konnte ich das nur vergessen??? Hm, ich überlege, ob ich von diesem Trip 2014 auch noch einen Bericht schreiben soll. Bitte lasst es mich per Kommentar unten wissen, ob ihr die Bilder sehen möchtet...


Für Gerhard, jemand, der noch nie außerhalb von Europa Urlaub gemacht hatte, müssen die Rocky Mountains beim ersten Blick sehr imposant erscheinen. Diese hohen Berggipfel, diese türkisfarbenen Seen und Flüsse, die Farben des Herbstes hinterlassen bei jedem Urlauber einen bleibenden Eindruck.

Es war mir eine große Freude, unseren Besuchern einen kleinen Teil von Kanada zu zeigen. Und hier kommen endlich die Bilder.



Am ersten Tag stand Lake Louise auf dem Plan.

Über Groupon hatte ich einen Voucher für eine Gondelfahrt für 4 Personen gekauft. Mit einem zusätzlichen besonderen Rabattcoupon von Groupon hatte ich für alle 4 insgesamt $51.20 bezahlt (Wert: $128). In Euro sind das gerade mal knappe 8 Euro pro Person. (Normalpreis 21 Euro pro Person)

Es ist die gleiche Gondelfahrt, die Harry und ich ein paar Wochen zuvor gemacht hatten. Über den Preis mit dem Voucher kann man ja nicht meckern.






Es war ziemlich kalt und windig in Lake Louise und noch kälter oben. Die Temperatur: 0 Grad.

Es war aber der einzige Tag, an dem wir den Voucher einlösen konnten. Also einmummeln, Augen zu und durch.

Aber ab und zu zeigte sich die Sonne ganz gnädig und genau in dem Moment drückte ich auf den Auslöser.



Das Ziel oben an der Gondel: Einen der beiden kurzen Wanderwege zu den Lärchen, die auf dieser Höhe wachsen. Entweder den Kicking Horse Viewpoint mit 1.7km Rundweg oder Ptarmigan Valley Viewpoint mit 3.4km Rundweg.

Quelle: www.skilouise.com
Der Wind und die Kälte peitschten in unsere Gesichter und die Entscheidung war einstimmig, nur den kurzen Weg zu nehmen, denn in der Ferne zogen dicke Wolken auf. Schneeflöckchen tanzten in der Luft und kündeten den lang ersehnten Winter im Skigebiet an.

Man geht durch ein Tor im Elektrozaun und ab da ist man in der Wildnis und unter Bären.Hier oben sind die Bären sehr aktiv und im Sommer kann man täglich einen aus der Gondel sehen. Deshalb die Absperrung mit Elektrozaun um die Gondel. Sicherheit geht vor.

Das Bärenglöckchen am Rucksack (über dessen Wirkung es mittlerweile gegensätzliche Meinungen gibt) und das Bärenspray griffbereit zogen wir mit mulmigem Gefühl los. Es wurde empfohlen, in Gruppen zu Viert zu wandern, was wir ja waren.

Zu der Zeit waren wir auch die Einzigen auf dem Wanderweg.... Wo waren nur die ganzen Busse voller Chinesen?  Na unten im Tal beim Lake Louise...Im Schneetreiben... könnt ihr den See erkennen? 

 

Hinten voll bewölkt aber es gab ein Loch in der Wolkendecke. Umdrehen! Fotostopp!
Und nochmal Sonne beim Blick zurück

Der Kicking Horse Viewpoint und die gelben Lärchen, die schon langsam ihre Nadeln verloren

Hier war der Wind besonders eklig und er pfiff uns aus dem Tal gnadenlos um die Ohren. 

Viele Nadeln lagen schon auf dem Boden.
Auf jeden Fall werden wir nächsten Herbst nochmal diesen Weg erkunden, evtl. etwas früher und hoffentlich bei schönerem Wetter.

So, und jetzt ein Schnelldurchlauf der Fahrt nach Jasper und zurück aufgenommen innerhalb von 3 Tagen mit den typischen Attraktionen unterwegs auf dem Icefields Parkway, die berühmsteste und am meisten befahrene Straße der Welt. Die Kenner unter euch werden erkennen, dass einige Attraktionen fehlen, da war die Zeit leider zu knapp.

Emerald Lake
Emerald Lake

 

Fluss bei der Natural Bridge
Takakkaw Falls



Gelb, gelb, gelb, ein wunderschöner Herbst.

Bow Lake
Peyto Lake fast im Schatten. Aber seht ihr den blauen Himmel? Herrliches Wetter...


Sunwapta Falls

Athabasca Falls


Habe Harry nochmal ins Bild gezerrt. Er will nie.



Aufgenommen aus dem Auto durch die Windschutzscheibe
Athabasca Gletscher
Ein Zoom auf den Gletscher, und tada... die Touristenbusse gefunden ;)

Pyramid Lake
Pyramid Lake
Angel Glacier
Die Sonne hinter dem Berg und die Winde am Gipfel

Der Weg hoch zum Angel Glacier
Fertig, genug von der Landschaft. Nun eine kurze Erwähnung unserer zwei Unterkünfte. Also jeder, der schon mal in Jasper war, weiß, wie teuer ein Hotel sein kann. Und meistens sind es abgenutzte nicht renovierte Hotelzimmer, in denen man sich nicht traut, barfuß zu laufen, geschweige denn duschen. Und ich weiß, wie sehr sich manche Leser oder zukünftige Urlauber auf Tipps und Bewertungen von Hotels freuen....

Auf meinen Recherchen, diese Ekligkeiten meinen Gästen zu ersparen und auch zu vermeiden, noch extra 1 Stunde weg von Jasper zu fahren (denn unsere Zeit war sowieso knapp und kostbar), fand ich The Crimson in Jasper. Ein modernes, neu renoviertes Hotel an der Hauptstraße mit großzügigen Zimmern und vor allem sauber. Im selbst gemachten Foto unten kann man den Teppichboden erkennen und die modernen Farben. Ich war sofort begeistert und habe dieses Hotel in meine Liste aufgenommen. Da wir uns ein Zimmer zu viert geteilt hatten, hat auch das Preis-Leistungs-Verhältnis gestimmt. Wir haben für Ende September $233 für die Nacht gezahlt, also umgerechnet runde 160 Euro.... Es ist teuer, und da kommt man in Jasper nicht drum rum...Aber geteilt durch 4, ist es perfekt.

Noch mehr Infos und Fotos könnt ihr hier auf booking.com sehen: The Crimson
oder hier auf deren Homepage: The Crimson 



Eine europäische Dusche mit abnehmbarem Duschkopf sieht man in Kanada selten.

Die zweite Unterkunft auf unserer Reise, und um unseren Gästen etwas Besonderes zu bieten, ist bis jetzt meine Lieblingsunterkunft. Das werdet ihr an der Anzahl der Fotos sehen...

Ich hatte die Cathedral Mountain Lodge in der Nähe von Field gebucht. Alles um Lake Louise ist teuer und wenn schon, denn schon! Es sind einzelne Blockhütten mitten im Wald. Wir reisten in der Dunkelheit an und mussten in der Lodge an der Rezeption einchecken. Beim Öffnen der Tür kam uns eine wohlige Wärme und der Geruch von brennendem Kaminholz in die Nase. Mannomann, ich liebe diesen rauchigen, warmen Geruch und hatte diese Lodge sofort ins Herz geschlossen.

Es wurde noch besser, denn als wir unsere eigene Blockhütte nur für uns alleine, betraten, das Licht einschalteten, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ich wollte gar nicht mehr weg, sondern gleich ein paar Tage länger bleiben. Jedes einzelne Detail in dieser Blockhütte sprang ins Auge und begeisterte mich. Sorry, es folgen soviele Bilder, dass man fast einen eigenen Beitrag damit schreiben könnte. In der Früh, als es Zeit fürs Aufstehen war, wollte ich nicht aus der sooooo warmen, weichen, bequemen Bettdecke krabbeln. Der Abschied fiel schwer...

Unsere Blockhütte mit fertigem Kaminholz auf der Veranda

Unser Eingangsbereich
Wohnzimmer mit echtem Kamin

Erstes Schlafzimmer war offen zum Wohnzimmer. Solch ein großes Bett hatte ich in meinem Leben nicht gesehen. Die dicke Bettdecke quer auf dem Bett war auch sooooo wollig und warm. Wir haben uns am Kamin darin eingekuschelt.

Badezimmer
 

Detail

Detail

Zwei weitere Betten, wenn man die Leiter hoch steigt.
Der Frühstücksraum in der Lodge mit riesigem Kamin im Hintergrund. Von hier kam am Abend zuvor der wohlige Geruch.

Nach dem Frühstück hatten wir in der Lodge kurz vor dem Auschecken noch das Feuer angeschürt und eine Weile auf der Couch die Umgebung genossen.  
Es muss schön sein, wenn es im Winter schneit und wenn man am warmen Kamin seine heiße Schokolade trinkt und dem Schneetreiben draußen zusieht. Aber ich glaube, im Winter ist diese Lodge geschlossen.
Die Fotos auf der Homepage übertreiben nicht. Hier könnt ihr diese sehen... Es gibt Blockhütten für jede mögliche Größe der Gruppe. Auch nur für zwei Personen. Cathedral Mountain Lodge

Es sind Blockhütten, die allgemein überall teuer sind, aber das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, denn folgendes ist im Preis inklusive:
  • Frühstück
  • Nachmittags Tee und Kekse zwischen 3-5 Uhr 
  • Kanufahren auf dem Moraine Lake egal wie lange (wurde mir auf Anfrage so bestätigt)
Für Tee und Kuchen waren wir zu spät, weil wir nur am Abend ankamen, aber das Frühstück und die Kanufahrt auf dem Moraine Lake haben wir an unserem letzten Tag der Rockies-Tour genutzt. Na ja, die anderen drei, ich habe mich nicht in dieses wackelige Ding getraut, weil ich Angst vor dem Ertrinken habe (bin Nichtschwimmer). Nur eine kleine Info: Das Kanu kostet am Moraine Lake $55 pro Stunde, das war der Stand September 2015


Hat anscheinend Spaß gemacht.

Ein Foto aus dem Boot, mitgebracht von Harry. Ich hatte ihm meine kleine Kamera in die Hand gedrückt.
An dem Tag waren wir noch bei dem schönen Wetter kurz beim Lake Louise am Fairview Lookout. Nur 1.6km hoch hinauf, aber steil. Die Belohnung ist grandios.




Soooooo, das war der wohl längste Bericht in diesem Blog, und wenn ihr es mit dem Lesen bis hierhin geschafft habt, bin ich stolz auf euch. Danke für eure Treue.

P.S. Die Bewertung der o.g. beiden Unterkünfte spiegeln unsere eigenen Erfahrungen und Perspektiven wider. Jeder hat andere Vorstellungen von einem perfekten Urlaub, und wenn man negativ eingestellt ist und nach Negativem in jeder Unterkunft sucht, findet man sie auch. Aber so sind wir nicht. Wir versuchen, das Positive in Allem zu sehen.