Sonntag, 22. September 2013

Chester Lake - Willkommen Herbst

Heute, am 22. September ist Herbstanfang.
Ich wachte ganz früh auf und hatte mal wieder eine einleuchtende Idee. Pünktlich zum Herbstanfang und noch bevor ich in den Osten Kanadas fliege, wollte ich Abschied von meinen geliebten Rocky Mountains nehmen.

Die Entscheidung fiel auf eine Wanderung zum Chester Lake im Kananaskis Country. Es ist eine Gesamtstrecke von 10 km bis zum See und zurück. Ja, ich wollte es mir wieder antun. Muskelkater vorprogrammiert.
Zu Hause in Calgary war es ein schöner und sonniger Tag. Aber je tiefer wir in die Berge fuhren, desto düsterer wurde der Himmel.



Auf den Gipfeln lag frischer Schnee wie Puderzucker

Aus dieser Richtung bewegte sich das Wetter auf uns zu und Nieselregen verfolgte uns den gesamten Weg bis zum See hoch. Das sah wirklich nicht gut aus.
Aber wir wagten es trotzdem. Dieser Wanderweg ist nicht mit einem Spaziergang zu vergleichen. Für mich war er einer der steilsten Wege. Man glaubt nicht, wie lange sich 5 km ziehen können, wenn man sich hoch quälen muss.
Zuerst mussten wir die ersten 300 Meter kraxeln und den Wanderweg suchen, da dieser Teil seit der Flut im Juni gänzlich zerstört ist. Auf dem Bild könnt ihr sehen, mit welcher Wucht das Wasser die großen Steine und Bäume den Berg herunter gespült hat.
Irgendwo unter uns war der richtige Wanderweg.
Happy Hiker
Nachdem wir die Steinlawine überwunden hatten, ging es durch den Wald die meiste Zeit nur bergauf. Wir brauchten 2 Stunden, bis wir den See erreichten (wir hatten ein paar Verschnaufpausen eingelegt - natürlich wegen mir). Eine Zeitlang habe ich Harry als "Zugpferd" benutzt....oder war er der Esel?



Und hier kommen die Fotos aus der Umgebung des Sees. Chester Lake liegt auf 2220 Meter Höhe. 


Ganz oben auf der Höhe des Sees trafen wir auf Schnee. 

Imposante Felswand! Auf dem Foto kann man es nicht so richtig darstellen. Der rote Punkt da unten ist eine Person.
Er konnte nicht still sitzen, habe ihn trotzdem erwischt.

Die "Larches" (Lärche) sind Nadelbäume, aber mit sehr weichen Nadeln. Sie verfärben sich im Herbst gelb und verwandeln die Landschaft in den Bergen
 



Viele Lärchen sind noch grün

Regentropfen


Das sind wir :)

Das Beste am bergauf laufen ist, dass es auch irgendwann bergab geht. Nachdem der Wind am See heftiger wurde, entschieden wir uns für den Abstieg. Für mich ist der Abstieg immer einfacher und ich komme so richtig in Schwung und nicht mehr aus der Puste.

Auf unserem Abstieg zeigte sich ab und zu die Sonne, aber sie verschwand nach nur ein paar Sekunden. Nach nur 1 Stunde waren wir an unserem Auto. Der kalte Wind um die Nase und gefühlte NULL Grad zeigten uns deutlich: Es wird bald Winter in den Bergen.

Auf Wiedersehen Sommer....Willkommen Herbst!