Donnerstag, 14. August 2014

Eine andere Welt

Sonntag, mein selten freier Tag aus der Arbeit. Wie wollten wir ihn nutzen? Auf jeden Fall nicht zu Hause.

Sehr, sehr selten fahren wir von Calgary aus in Richtung Osten. Denn dort ist nur Prärie und flache Landschaft. Doch einmal im Jahr sollte ein Calgarianer sich auch diese Landschaft anschauen und er wird entdecken, dass die Prärie nicht so langweilig ist.
Im September 2012 berichteten wir auch aus der Prärie "Im Land der Dinosaurier".
Und im August 2013 hatten wir in Richtung Osten einen "Saskatchewann-Kurzbesuch".

Eine 2,5-stündige Fahrt in Richtung Osten bringt den Reisenden in den Dinosaur Provincial Park. Es ist der weltweit bekannte Park, in dem schon über 300 Dinosaurier ausgegraben wurden, die in allen Museen der Welt untergebracht sind. Insgesamt 40 verschiedene Arten von Dinosauriern wurden hier gefunden. Der Dinosaur Provincial Park ist eins der reichsten Fossilienbetten der Welt.

Für die Touristen ist nur ein kleiner Teil des Parks zugängig. Der Rest des Parks ist nur Paläontologen gestattet, die sich jedes Jahr für eine 10-Monatige Ausgrabungstour im Park niederlassen.

Viele Touren führen in das Hinterland und man kann echte Knochen sehen. Mehr Infos >> HIER.
Wenn man daran interessiert ist, kann man auch geführte Touren mitmachen, bei denen man einen Tag lang selber Knochen ausgräbt. Das würde ich gern mal machen.

Bei 30 Grad im Schatten und knallender Sonne haben wir nur zwei kleine Wanderungen unternommen, die man auch alleine gehen konnte. Den Coulee Viewpoint (900m Rundweg) und den Badlands Trail (1.3km Rundweg).

Wenn man durch diese Landschaft wandert, fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Ziemlich unheimlich, wenn man bedenkt, dass man über einen Dinosaurierfriedhof läuft.

In manchen Bildern bin ich sogar drauf, aber schwer zu erkennen, weil das Gebiet so riesig ist. 





Suchbild "Such Ute"





Ich wollte da hoch krabbeln, aber es ist alles Sandstein, und man rutscht immer wieder herunter. Auch mit guten Wanderschuhen hat man keinen Griff.




Obwohl es sehr trocken und karg war, gab es Leben zwischen den Sandsteinformationen. Hier im Park leben Schwarze Witwen (Spinnen), Klapperschlangen und Skorpione. Überall sind Schilder, dass man aufpassen soll, wo man hintritt und nicht hinter/unter Steine greift. In diesem Gebiet sind feste Wanderschuhe äußerst empfehlenswert. Wer also in Flipp-Flopps in dieser Tierwelt herumläuft und dann gebissen wird, ist selbst Schuld....

Während unserer Wanderungen sind wir keinen dieser Viehcher begegnet. Was auch ganz ok war, den alle drei Spezies sind giftig. Aber wir haben ein paar Pflanzen gefunden.



 


Nachdem wir uns dann fast einen Sonnenstich geholt hatten, fuhren wir zurück und in der Nähe von Brooks, Alberta befindet sich der Lake Newell und der Kinbrook Provincial Park.
Wir haben uns ein Schattenplätzchen gesucht und auf der Picknikdecke die Beine ausgestreckt, wenig später unseren Grill angeworfen und zwei gute Stücke Fleisch gegrillt.

Abendessen mit Seeblick.

Satt und zufrieden warteten wir auf den Sonnenuntergang... Pssst nicht stören!

Der Sonnenuntergang am Lake Newell ist traumhaft...

Freitag, 8. August 2014

Deutschland (Teil 2) oder "Ich bin ein Siebenbürger"

Nach unserem Irlandurlaub hatten wir eine ganze Woche Zeit zum Faulenzen. Mit über 30 Grad hatten wir das perfekte Gartenwetter bis zu unserem Rückflug nach Kanada. Es wurde gegrillt, und gegrillt, und gegrillt. Und wieder gefaulenzt....



Wir haben wieder traditionell Brot im Holzbackofen gebacken.
Rechts im Bild hat das Brot noch schwarze Kruste, die abgeklopft wird. Dann entsteht ein tolles Laib mit der besten Kruste der Welt. Mein Gesichtsausdruck sagt nur "heiß, heiß, heiß", denn das Brot war direkt aus dem Backofen.


Zwischendurch verwöhnten wir unsere Bäuche in unseren Lieblingsrestaurants.
Mein Lieblingsessen ist immer noch das Schäuferle, ein Braten mit knuspriger Kruste.
An Pfingsten dann, wie jedes Jahr findet in Dinkelsbühl seit über 60 Jahren ein Treffen der Siebenbürger Sachsen statt. Das ganze Wochenende treffen sich in dieser Stadt über 20.000 Siebenbürger Sachsen zum Ratschen, Tratschen und Feiern.

An Pfingstsonntag findet ein Umzug (Parade) von Trachten statt. Zusammen mit allen 2.700 Trachtenträgern aus 100 verschiedenen Orten Siebenbürgens stolzierten wir durch die Gassen von Dinkelsbühl und führten unsere von Generation zu Generation weitergegebenen, bestickten Hemden, Laibel und Schürzen vor. Am Straßenrand standen applaudierende Zuschauer, und ich war stolz, meine Ortschaft mit einer Tracht zu vertreten.

Vor dem Umzug - noch ein paar Schnappschüsse
 







Nach dem Umzug - war ich ko, weil es soooo heiß war.
Ich war voller Stolz erfüllt.
 Egal wo wir unsere Heimat aufbauen, ich bin und bleibe ein Siebenbürger.

Deutschland (Teil 1) oder "Ich will wieder nach Hause"

Endlich habe ich Zeit, die ersten Berichte hier im Blog zu erstellen. Leider hat mich die Arbeit voll im Griff seitdem wir unseren Urlaub im Juli beendet hatten.
Es wird 2 Teile von Deutschland geben und mindestens 3-4 Teile von unserer Kanadarundreise.

Mitte Mai ging es nach Deutschland - also 4 Wochen Abwesenheit von Kanada.
Gleich nach unserer Ankunft hatten wir einen Tag zum Relaxen, dann ging es gleich wieder in den Flieger in Richtung Irland.

Das Wetter war nicht gerade freundlich, aber es war ja Irland, was bedeutet, dass es jederzeit regnen kann.
Die meiste Zeit war es auch regnerisch, kalt und bewölkt. Ich hatte mir noch vor Ort einen dicken Rollkragen-Pulli gekauft. Diesen Pulli werdet ihr in vielen Bildern erkennen. Nicht mal in Kanada habe ich solch einen dicken Pulli. Auf fast allen Bildern habe ich Rollkragen zum Schutz vom feuchten, kalten Wind.

Was kann ich zu Irland sagen?
Jedes Land hat seine Reize, so auch Irland mit den grünen Hügeln, den Ruinen in der Landschaft und daneben überall die grasenden Schafe. Die Klippen die ins Meer fallen und den tosenden Ozean.

Ich werde aber keine Lobeshymne über Irland singen, denn ich habe festgestellt, dass ich Kanada verwöhnt bin. Erst einmal war es sehr ungewohnt auf linker Seite zu fahren. Dann die engen kurvigen Straßen, an die wir uns nie gewöhnen konnten. Die gesamten 10 Tage unserer Reise hatte ich Angst, dass wir entweder unseren rechten oder linken Spiegel verlieren. Dazu kommt noch, dass man für jede kleine Attraktion einen Eintritt zahlen muss. Ich verstehe, wenn man Eintritt ins Museum zahlen muss, aber irgendwelche Ruinen in der Landschaft....oder von der Natur gebildete Klippen....warum?
Nein, danke.
Die letzten beiden Tage unserer Reise reichte es mir, und ich habe alles boykottiert, was Geld kostete.

Versteht mich nicht falsch, Irland ist auf seine eigene Art und Weise schön, aber ihr werdet mir nicht glauben, dass ich nach nur 3 Tagen zu Harry sagte: "Ich will wieder nach Hause nach Kanada."

Nass und kalt
bewölkt


manchmal war der Himmel gnädig und die Sonne schenkte uns ein Lächeln

Ich krabbel gerne auf Steinen rum.

Schafe






 

die kanadischen Seen sind viiiiiel schöner

Ich finde Ruinen toll

 
Eine tolle Ruine, bei der man keinen Eintritt zahlen musste. Sie ist ein Geheimtipp und nicht bei vielen Touristen bekannt. Wir waren ganz alleine dort und konnten so richtig die Vergangenheit spüren.


Ute kraxelt mal wieder irgendwo hoch
 


Diese Aussicht kostete schon Eintritt

diese auch

und diese auch
es war mal wieder sehhhhr windig!


wandern


"Gap of Dunloe" - eine tolle Wanderung. An diesem Tag sind wir 10 km gewandert. Es war bewölkt, aber es hatte nicht geregnet.

Danach ein Eis - das musste sein.

Idylle

Auf Ruinen kraxeln, das macht Spaß!


Seht ihr wie eng die Straße ist? Ein Auto im Gegenverkehr hätte Schwierigkeiten, vorbei zu kommen.
 
Abends in unserer Cottage - Feuer wärmt uns auf während es draußen gießt
Tolle Aussichten an manchen Tagen





"Cliffs of Moher" - eine Hauptattraktion in Irland. Sehr imposant, aber totale Abzocke. Für 6 Euro pro Person, darf man hier am Rand entlang laufen. Wenn man bedenkt, dass 6 Millionen Besucher jährlich hier ihre Fotos schießen....

"Cliffs of Moher"

"Cliffs of Moher" (Beweisfoto)

Ruinen



Die letzte Nacht bei einem Spaziergang in Dublin