Donnerstag, 10. Juli 2014

Fernbeziehungen funktionieren nicht

Vor knapp 2,5 Jahren sind wir nach Calgary umgezogen.
Harry hat sich alle Mühe gegeben, aber es hat nicht gereicht.
Es ist aus.
Harry hat einen Schlussstrich gezogen.
Wir wussten, irgendwann musste eine Entscheidung getroffen werden.
Fernbeziehungen funktionieren einfach nicht.

Vor unserem Deutschland-Urlaub, als es dann soweit war, und Harry mir seine Entscheidung mitteilte, war ich erst mal traurig und nachdenklich.
Aber ich sah ein, dass es eine gute Entscheidung war, zu gehen.
Es war letztendlich besser für beide Seiten. 
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Harry hat seinen Job gekündigt. 
(Ich hoffe, ihr dachtet jetzt nicht etwas Anderes)

Die Fernbeziehung auf 900km konnte sich nicht aufrecht erhalten.
Jedes Mal, wenn der neue Truck in die Werkstatt musste, musste Harry die 900km zur Firma fahren. Auch der Ölwechsel durfte nirgends wo anders gemacht werden. Nur in der Firma.
Viele Male hatte er Glück, und er bekam einen Auftrag in der Nähe der Firma, damit er nicht umsonst die Stunden und das Benzin verbrauchte. Aber er musste es an den Wocheneden machen lassen, und Harry konnte nicht heim kommen.

Harry wünschte sich mir zuliebe, jedes Wochenende zu Hause zu sein.
Leider bekam er die Aufträge nicht so wie gewünscht, und er musste an den Wochenenden sehr oft einen Umweg von bis zu 600km machen. Zusätzlich verlor Harry auch viele Stunden, wenn er den Umweg nach Hause machte. Ganz zu schweigen vom Benzin, das er auf Kosten der Firma verbrauchte.

Blöd wurde es, wenn wir Urlaub in Deutschland machten, musste Harry den Truck in der Firma lassen. Also am letzten Tag 900km fahren, Truck abstellen und wieder 13 Stunden mit dem Greyhound-Bus nach Hause fahren. Alles ohne Bezahlung.

Das Gleiche umgekehrt nach dem Deutschland-Urlaub: Mit dem Greyhound-Bus den Truck holen.

Zusätzliche andere Faktoren, die hier nicht genannt werden, führten zu Harry's Entscheidung.

Diesen Sommer war es dann soweit, und er teilte der Firma mit, dass er ein letztes Mal vor dem Urlaub den Truck in der Firma abstellt, aber nicht mehr abholt.

Ein enges Gespräch mit dem Firmeninhaber ergab keine positiven Aussichten, und auch der Firmeninhaber sah ein, dass es für beide Seiten vorteilhafter sei, wenn Harry sich einen Job in Calgary suchte. Obwohl Harry einer der besten Fahrer der Firma war, kamen seitens der Firma keine "Rückhalteversuche".Umso leichter fiel der Abschied am letzten Tag.

Harry ging aber nicht so einfach. Er hatte bereits einen Job in der Tasche, als er gekündigt hatte und wir im Mai nach Deutschland flogen. Und hier ist sein neuer Truck. Schwarz und chromlastig, genau wie Harry es mochte.


Seitdem wir aus Deutschland zurück sind, fährt Harry nun für diese Firma.
Die Firma zahlt Stundenlohn. Das ist etwas Neues.
Und was noch Neu ist: Harry wird nun auch in die USA fahren. Hoffentlich darf ich ab und zu mit.

Wir werden ein paar Monatslöhne abwarten, um zu sehen, ob sich der Lohn im Vergleich zum letzten Arbeitgeber verbessert hat. 
Beide wissen wir aber: 
Das Geld ist nicht alles. 
Ich habe meinen Harry wieder öfters zu Hause. 
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Für mich heißt es nun 8 Wochen Fotomaterial auszuwerten und hier in den Blog reinzustellen. 
Ich sage euch, es wird noch etwas dauern, bis der nächste Beitrag kommt, denn es wird schwer, aus über 4000 Fotos die Besten raus zu suchen.