Samstag, 13. Oktober 2012

Harry's Truck


Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Bilt. Peter Bilt. 
Genauer gesagt Peterbilt Modell 386, geboren im Jahre 2008. 
Mein Herz schlägt mit 525 PS und zusammen mit meinem Trailer messe ich 23 Meter in Länge. Zusammen vereint können wir 62.000 kg ziehen.  

Damit mich jeder erkennt, trage ich vorne die Nummer 49 und den Namen meines Masters auf der Stirn.
Meine Kommandozentrale.


In meiner Koje wurden einmal am Tag aus dem Kühlschrank die ganzen Leckereien gezaubert.

Leichte Fracht mit leeren Tanks.
Meine Ladungen sind sehr abwechslungsreich und wir ziehen in Kanada durch die Lande.

Meistens bin ich hart am Limit, denn mein Maximalgewicht wird ausgenutzt. 
Mein Master Harry stellt aber sicher, dass wir das zulässige Gesamtgewicht nicht überschreiten, denn sonst gibt es eine fette Strafe.
Das ist der Teil einer Pumpe für die Ölfelder.
In diesem Beitrag werde ich im Mittelpunkt der Reise stehen, das heißt ihr werdet mich in vielen Bildern sehen. Ich präsentiere mich von der schönen Seite.

Diese Woche war Schonzeit für mich, denn mein Master Harry hatte seine Frau dabei und die Touren waren nur kurz.Von daheim in Calgary führte uns der Weg in Richtung Norden nach Prince George, dann in Richtung Küste nach Vancouver, wo wir entladen und am gleichen Tag wieder beladen wurden. Insgesamt haben wir nur 2,800 Kilometer gefahren. 

Und hier kommen die Bilder der Tour. 

Den berühmten Mount Robson habe ich schon öfters gesehen.
Da versteckt sich jemand hinter mir. Könnt ihr sie sehen?

Es macht Spaß durch den Norden zu fahren, denn die Farben sind toll.


Diese tolle, seltene rote Farbe haben wir in Alberta leider nicht.
Tolle Farben auf unserer Strecke.

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In der Nähe von Prince George gibt es einen seltenen Wald, den "Ancient Forest".
Mein Master und seine Frau wollten dort unbedingt hinein, aber mit voller Ladung und wegen meiner Größe, passten wir nicht auf den Parkplatz.

Gut, dass nur 2,5 km den Berg hoch eine Bucht kam, in der wir die schwere Last loswurden. Die  Ladung wurde von mir getrennt und wir fuhren ohne Trailer los.

Ohhhh, solch eine Erholung ohne diese schwere Last. 

Geduldig wartete ich auf einem perfekten wie für mich zugeschnittenen Platz, bis mein Master zurück war. Ich genoß meine Pause. 


Der Ancient Forest ist ein seltener Wald, in dem 1000-2000 Jahre alte Riesenbäume wachsen. Man fühlt sich in eine andere Welt versetzt.




Morgends früh um 5.50 Uhr in Vancouver, der Nebel ist sehr dicht.
Und Vancouver bleibt heute im Nebel verhüllt. Es gab nicht viel zu fotografieren.

Meine Ladung muss diesesmal mit Ketten festgezurrt werden. Sicherheit geht vor. Mein Master kann das gut.Damit ist er immer in Bewegung und bekommt seine tägliche Portion frische Luft.

Heimweg: Toller Blick ins Tal direkt vom Beifahrersitz. 

Der Heimweg durch die Rockies war aber ziemlich nebelig.
Den Berg hoch sind wir wegen der schweren Ladung nur geschlichen. Mehr war nicht drin.
Verschnaufpause am Rogers Pass. Kühler Wind.....Ahhhh, das tut gut, mal meinen erhitzten Motor zu kühlen.

Auf der anderen Seite des Passes bleibt der Himmel wolkenbedeckt.
Es war wieder einmal eine tolle Tour.
Am Sonntag geht es aber gleich wieder los in Richtung Saskatchewan, wo ich richtige Meilen machen kann.Geraaaaade Strecken ohne Strapatzen.

Das Motto meines Masters: Time is Money.....oder besser gesagt "Miles are Money!"

Bis bald wieder auf einer anderen Tour.

Samstag, 6. Oktober 2012

Herbst-Spaziergang

So kurz und doch so viele Eindrücke.

Am Freitag hatte Harry frei.
Es war solch ein schöner Herbsttag, dass wir unbedingt noch die letzten übrig gebliebenen Herbstfarben bestaunen wollten. Wir in Alberta haben keinen richtigen "Indian Summer" mit Bäumen, deren Blätter sich in allen Faceten der Gelb- und Rottöne färben.

Wir haben nur das Gelbe.

Nicht mal eine Stunde entfernt von Calgary befinden sich die Elbow Falls. Wir waren fast alleine unterwegs, kein Streß, unendliche Stille und wunderschönes Wetter für einen Spaziergang.

Wir sind gerade richtig gekommen, den dieses Wochenende scheint das letzte zu sein, bevor die Bäume ihre Blätter verlieren.





Die Grillsaison ist vorbei, denn auf den Picknickbänken liegt schon Schnee.

Entlang des Elbow River kann man verliebt und händchenhaltend in Ruhe spazieren gehen.
Die Elbow Falls

Hab mich mal ins Bild gestellt, damit ihr seht wie groß die Wasserfälle sind.



nach den Wasserfällen fließt das Wasser ganz gemütlich weiter.
Weiter durch das Kananaskis Country mit tollem Blick auf die schneebedeckten Gipfel


In kleineren Bächen bildet sich schon die erste Eisschicht

Wer erinnert sich noch an den "Forgetmenot Pond", bei dem wir im Sommer grillen waren? Nun liegt Schnee am Ufer.



Ein kleiner Spaziergang von 5 Minuten nach dem Forgetmenot Pond und man staunt.
 Es war nur ein kleiner Spaziergang, aber wir haben von dem Freitag viele tolle Eindrücke mitgenommen.


Mittwoch, 3. Oktober 2012

Agnes Lake

Ein wunderschöner Sonntag beginnt.
Noch bevor der Winter an die Tür klopft, wollten wir in die Berge fahren und etwas frische Luft beim Wandern schnappen.

Dieses Mal will ich meinen schlappen Körper herausfordern und wir nehmen am Lake Louise den Wanderweg hoch zum Lake Agnes. Ihr wißt ja, mein Fitnesslevel ist immer noch bei 0.
Ich treibe ja keinen Sport.
Und ja, ich bin selber Schuld dran.
Nächstes Jahr wird alles anders.

Los geh't. Erst mal machen wir ein Bild vor dem wohl begehrtesten Fotomotiv: Lake Louise mit dem Gletscher im Hintergrund.




Es geht 3.8km stetig bergauf, und mehrere Pausen werden eingelegt.




wunderschöne Aussichten auf dem Wanderweg


Blick hinunter auf den Lake Louise (könnt ihr die zwei Paddelboote unten sehen?). Und ja, die Farbe ist echt.

Erste Station ist der Mirror Lake von dem ich etwas entäuscht war. Wahrscheinlich deswegen weil der See nur halb so voll war.
Hier sollte eigentlich das Wasser sein.

 Auf 2314m Höhe kommen wir (ich schnaufend) am Agnes Lake an.


Hinter mir das Teehaus, wo man Tee und Kaffe trinken kann.

Toller Blick ins Tal.
 

Blick auf Lake Agnes vom Teehaus.

So, jetzt waren wir oben und nun war es an der Zeit die gleichen 3.8km den Berg hinunter zu laufen. Es ist nicht so schwer, aber jeder Wanderer weiß, was einen daheim erwartet: Muskelkater in den Gelenken.

Als wir unten ankamen, wurden wir noch von einem tollen Blick auf die unglaublich und unbeschreibbare Farbe des Lake Louise belohnt.


Im Großen und Ganzen kann ich sagen, der Tag hat sich gelohnt, obwohl mich heute noch (nach 3 Tagen) ein riesen Muskelkater an den Tag erinnert.

Schön war's und ich bin stolz auf mich, dass ich es gewagt habe.

Danke an Harry für die Geduld, die du mit mir hattest, bis wir oben waren.