Dienstag, 28. Februar 2012

Highest Honours


Heute war es in der Post.

Das Diplom auf das ich mich so gefreut habe.

Ich habe mich während meiner erfolglosen Bewerbungen auch um meine Weiterbildung gekümmert. Warum nur herum sitzen und darauf warten, dass sich was tut? Nicht mit mir, ich brauchte Ablenkung und eine Beschäftigung.

Im Heimstudium habe ich eine Weiterbildung in „Buchhaltung“ gemacht und mit höchsten Ehren abgeschlossen.

Mein Diplom (aus Sicherheitsgründen ist mein Nachname unkenntlich gemacht)

Während meiner Weiterbildung war ich ständig in Kontakt mit einem Lehrer, um ein paar fachliche Fragen zu klären.

Am Ende meines „Studiums“ kam dann ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte:

Ich zitiere:

I will take this opportunity to commend you on your graduation with Highest Honours! If you ever require a letter of reference for employment purposes, simply contact me, and I will be very happy to write one on your behalf.


Kurz übersetzt: Der Lehrer bot mir an, ein Empfehlungsschreiben für mich aufzusetzen. 
 
Das hörte sich super an und ein paar Tage später erhielt ich eine ganze Seite als Empfehlungsschreiben.

Referenzen mit Telefonnummern sind in Kanada sehr viel wert.

Mit dem Diplom und mit dem Empfehlungsschreiben dürften sich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern.

Zusätzlich zur Weiterbildung gehe ich einen Schritt weiter. Ich bin jetzt dabei, auf eine Zertifizierung in einem bekannten kanadischen Buchhaltungsprogramm zu pauken.

Auf englisch schimpft sich das

Sage Simply Accounting - Application Specialist

Das wird harte Arbeit, aber ich bin zuversichtlich, in ein paar Monaten auch hier zu bestehen.

Drückt mir die Daumen.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Ein kleines Jubiläum



Nur eines macht ein Traumziel unerreichbar: 
die Angst vor dem Versagen.
- Paulo Coelho, The Alchimist



Genau heute vor einem Jahr, am 23. Februar 2011 setzten wir unsere Füße auf kanadischen Boden mit der Absicht, dieses Land zu unserer neuen Heimat zu machen.

Angst vor dem Versagen hatten wir nicht, ganz im Gegenteil, wir waren voller Tatendrang und die Abenteuerlust konnte uns nicht mehr bremsen.

Unser Pass-Stempel bei der Einreise (Aus Sicherheitsgründen sind die letzten Zahlen gelöchert)


Ich kann es kaum glauben: 365 Tage sind wie im Flug vergangen

In diesem Jahr haben wir viel von unserer Wahlheimat Saskatchewan erlebt und viel gesehen.Wir hoffen, wir konnten euch mit unseren Berichten genug Unterhaltung bieten. 

Pünktlich zu unserem Jubiläum haben wir auch etwas Positives zu verkünden:

Wir werden in eine andere Provinz umziehen. 

Um genauer zu sein: Calgary in der Provinz Alberta.

Es hat uns immer wieder in die Nähe der Berge gezogen was ihr auch an unseren Berichten erkennen könnt.

Es ist nicht so, dass wir es nicht versucht hätten, uns zu integrieren. Am Anfang war ich voller Euphorie und eine Bewerbung nach der Anderen folgte. Auch hatte ich ein paar Vorstellungsgespräche bei denen es nicht positiv ausgegangen ist.

Während Harry seinen Job über alles liebt, konnte ich selber in dieser Stadt keinen Fuß fassen.

Deshalb haben wir uns entschieden, umzuziehen.

Harry wird weiterhin bei seinem Arbeitgeber arbeiten. Das trifft sich sogar gut, da sein Boss die Firma nach Alberta expandieren möchte und er sowieso LKW's in Calgary braucht. Perfekt.

Noch immer voller Tatendrang und Abenteuerlust machen wir uns in ein paar Wochen auf den Weg unseren Traum in Kanada zu erfüllen.

Das Jahr 2012 wird ein stürmisches Jahr mit vielen Plänen und Neuerungen. 

Nun kann ein neues Abenteuer beginnen. Die lang ersehnten Berge sind zum Greifen nah.

Ich freue mich ganz besonders auf das Jahr 2013. 

Nachricht an  A. und A.
Das Jahr 2013 wird hammergeil.  

Vorfreude ist die schönste Freude! 
 

Donnerstag, 9. Februar 2012

Gesellschaft unter der Dusche


Ach was gibt man nicht für eine Dusche mit Parasiten verseuchtem Wasser? 

Heute morgen konnte ich mir richtig vorstellen, wie diese Biester meinen Rücken runterliefen.....

Spaß beiseite.

Ein kleines Update zu unserer Situation, die ich in diesem Post gemeldet hatte.

Die Lage ist angespannt und jeder sucht die schuld bei Anderen. Die Meinungen sind gespalten. Einige sagen, dass es schon die ersten Krankheitsfälle gibt und Andere wiederum sagen, wir sollten froh sein, dass wir überhaupt fließendes Wasser haben.

Die Parasiten im Wasser sind die gleichen Parasiten, die man in vielen Flüssen und Seen findet. Die Konzentration der Parasiten ist dort viel höher. Das heißt, wenn man im Sommer im See schwimmen geht, und Wasser schluckt, ist das Risiko einer Krankheit viel höher.

Gesunde Menschen werden wahrscheinlich keine Symptome haben. Zum Problemfall wird es bei den Kleinkindern, den Schwangeren und der immunschwachen Bevölkerung. Also brauchen wir uns keine Sorge machen?

Zur Vorsichtsmaßnahme wurde das öffentliche Schwimmbad geschlossen, Cafes dürfen keinen Kaffee mehr kochen. Restaurants servieren keine Getränke mit Eiswürfeln.

Das Wassersystem unserer Stadt ist fast 50 Jahre alt und Reparaturen wurden fast 10 Jahre hinausgeschoben. Ein kaputtes Ventil hat dieses Problem verursacht und wurde repariert. Das Durchspülen des ganzen Systems dauert etwa 2 Wochen. In dieser Zeit haben wir immer Gesellschaft unter der Dusche....

Aber es geht uns gut. 

Dienstag, 7. Februar 2012

Parasiten!


Eigentlich berichte ich nur Gutes in meinem Tagebuch, da ich meine Familie und meine Bekannten nicht beunruhigen möchte. Aber falls es doch öffentlich werden sollte, dachte ich, ich informiere als Erste. 

Seit ein paar Tagen geht es durch das Radio und seit heute, 7.Februar ist es zum Notfall geworden. 

Alle Einwohner unserer Stadt Prince Albert sind dazu aufgefordert worden, das Wasser vor dem Konsumieren abzukochen.

Der Grund: Kleine Mikroorganismen, also Parasiten wurden im Trinkwasser der Stadt entdeckt. 

 

Diese Parasiten können im Verdauungstrakt des Menschen bis zu 5 Wochen überleben und Durchfall und andere Magenkrankheiten verursachen.

Das Chlor tötet die Parasiten nicht ab, sondern das Wasser muss mindestens eine Minute lang sprudelnd gekocht werden, bevor man es verbrauchen kann.

Die Anteckung erfolgt nicht nur durch das Trinken sondern auch, wenn man mit dem kontaminierten Wasser in Berührung kommt und dann mit der Hand den Mund berührt.

Also heißt das, keine Hände mehr waschen? Und was ist mit Duschen?

Und das Geschirr mit der Spülmaschine spülen bringt nichts. 
Ebenso die Wasserfilter wie z.B. Brita sind nutzlos. Oje, oje. 

Falls es jemand nachlesen möchte: Klick mich

Und die Anordnung der Gesundheitsbehörde könnt ihr hier nachlesen. 

Heute Abend dann hatten alle Hausbewohner den gelben Zettel unter der Haustür. Die Stadt macht ernst.  Jeder Einwohner von Prince Albert erhält solch einen Zettel.  

 
Und ich habe mich gewundert, warum ich jeden Tag leichten Durchfall hatte. Wir trinken das Wasser nicht, aber wir nutzen es, um die Zähne zu putzen und Obst und Gemüse zu waschen.

Sogar für diesen Zweck sollen wir nun das Wasser abkochen.

Wie lange das nun dauern wird....keine Ahnung. Laut Nachrichten im Internet kann es bis zu 2 Wochen dauern.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten. 

Uns geht es gut. 

Jetzt, da wir wissen was zu tun ist, können wir Schlimmeres verhindern.