Freitag, 21. Juni 2013

Ausnahmezustand in Calgary und Umgebung - Uns geht es gut


Wahrscheinlich haben die kanadischen Nachrichten bereits auch Deutschland erreicht.
Die Berichte über die großen Überschwemmungen in Calgary und der Umgebung haben es in die Weltnachrichten geschafft.
Im SPIEGEL wird berichtet. Und im FOCUS.
Und in der welt.de.

Mit diesem Blogbeitrag können wir allen besorgten Lesern, und vor allem unseren Freunden und Bekannten  mitteilen: Uns geht es gut. 
Wir wohnen am höchsten Punkt Calgary's, sind also von den Überschwemmungen in Sicherheit.

Ganz anders sieht es in der Innenstadt von Calgary aus. Alles ist überflutet und alle Wohngebiete am Fluss mussten evakuiert werden.

Wie im Krieg mussten die Bewohner des Hauses ein großes X an das Haus machen, wenn sie es verlassen haben, damit die Patroullie sicher ist, dort hält sich keiner mehr auf. Dann wurde von der Stadt der Strom und das Gas abgeschaltet.
Insgesamt 100.000 Bewohner Calgary's mussten ihre Häuser verlassen und in Notunterkünfte, falls sie keine Bekannten oder Verwandten haben.


Es gibt auch Positives zu berichten: Viele Calgary Bewohner melden sich freiwillig zum helfen. Sie spenden Kleidung, Essen und stellen sogar kostenlose Unterkunft in ihren privaten Häusern zur Verfügung.

In High River, südlich von Calgary, ist die gesamte Stadt evakuiert und private Leute fahren mit eigenen Boten durch die Straßen und retten auf dem Dach gestrandete Personen. In dieser Stadt kam die Flut so schnell, dass keine Zeit war zu fliehen. Außer auf das Dach. 



Die Hilfsbereitschaft ist hier wirklich enorm und vor allem die großen Unternehmen bieten unglaubliche Hilfe an. 

Superstore, ein großer Lebensmittelladen hat die Preise für Wasser gesenkt und die Mitarbeiter dort stellen die Paletten für Bedürftige raus.

London Drugs, eine große Drogeriekette bietet an, dass die Bedürftigen dort ihre Handys und Laptops aufladen können, um mit den Verwandten in Kontakt zu bleiben (in vielen Gebieten gibt es keinen Strom).

U-Haul, ein großer Lageranbieter bietet 30 Tage kostenlose Aufbewahrung von Hab und Gut an. 

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Das große Besorgnis ist in den Bergen. Canmore, eine Ortschaft in den Bergen hat es besonders schlecht erwischt. Der große Highway 1 ist die größte Hauptverkehrsstraße und eine von zwei Autobahnen, die über die Berge geht. Der Highway ist einfach weggespühlt.


Im Internet kursieren schon die schlimmsten Fotos und Videos über die Überschwemmung.



In Kananaskis ist ein wunderschönes Fleckchen Erde zerstört und dort stecken etwa 1500 Touristen fest, weil die Brücken weggespühlt wurden. Es gibt dort kein Entkommen, weder vor noch zurück. Die Touristen sitzen in der Falle.



An diesem Ort hatten wir zuletzt unser Foto vom letzten Beitrag gemacht. Und wir hatten berichtet, wie reißend der Fluß im Frühjahr ist. Wir standen genau dort, wo jetzt der rote Punkt ist.

 
Es wird lange dauern, bis wir wieder jenseits dieser Brücke fahren können.

Dort ist das Militär gegenwärtig und baut provisorische Brücken, damit die Autos aus der Falle fahren können. Dieses klappt nicht so gut, da die Flüsse immer noch reissende Ströme sind. Es werden wahrscheinlich Helikopter eingesetzt, um die Touristen auszufliegen.

So, genug der schlechten Nachrichten. Wir hoffen, dass sich die Lage bald entspannt und keine weiteren Schäden entstehen. Unsere Gedanken sind bei allen Notleidenen, die ihre Häuser, ihr Hab und Gut verloren haben.

Update: in der Zwischenzeit ist Hilfe eingetreten.